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Von Bodo und der Bundeswehr : Mike Krüger wird 65: Meine Jugend mit der Supernase

vom
Aus der Onlineredaktion

Krügers Geburtstag ist Anlass zur Gratulation und um sich einmal ganz persönlich zu bedanken.

Hamburg/Quickborn | 100 Lieder - drei Akkorde, so oder so ähnlich hieß ein Buch, mit dem ich in meiner Jugend mit meiner Gitarre ein ums andere Mal am Lagerfeuer punkten konnte. Darin waren Songs von Schlager über Pop bis Rock. Auch dabei: Mike Krüger.

G, C, D und wieder G. Oder auch: „Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen. Und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben drehen…“. Mit diesen Zeilen stürmte der Blödelbarde Krüger 1980 die Hitparaden, landete in meinem Liederbuch und verhalf mir zu zahlreichen Lachern in abendlichen Runden. Danke.

Was Krüger Jahrzehnte gemacht hat, ist in der heutigen Zeit wohl undenkbar: Mit den zum Teil immer gleichen Liedern und Pointen die Hallen zu füllen. Er gehört einer Unterhaltungskünstler-Generation an, die alles gemacht hat. Filme, Platten, TV-Shows. Wohl weniger weil er alles wirklich gut konnte. Vielmehr war einer wie Mike Krüger ein Sympathieträger, den man hat machen lassen. Im Fernsehen, im Radio und in den tausenden Stadthallen der Republik.

Unvergessen sind für mich zahlreiche Sonntagnachmittage im elterlichen Wohnzimmer mit Tee und Butterkuchen. Und im Röhrenfernseher lief „Zwei Nasen tanken Super“ oder „Piratensender Powerplay“. Die Komödien liefen anfangs sogar in den Kinos. Schlichte Witze, schlechte Stunts und in den Hauptrollen Mike Krüger und Thomas Gottschalk. Zugegeben – eher seichte Kost. Aber irgendwie auch Kult.

Die „Supernasen“ Thomas Gottschalk und Mike Krüger.

Die „Supernasen“ Thomas Gottschalk und Mike Krüger.

Foto: Istvan Bajzat, dpa

Und dann war da ja auch noch der Bundeswehrsoldat. Für mich als überzeugten Ex-Zivi unerreicht. Zwar stammt das Lied schon aus dem Jahr 1975, war aber auch Anfang der 2000er noch hochaktuell. Zumindest bei Kriegsdienstverweigerern. „Denn ich bin Bundeswehrsoldat, 'n toller Typ. Und ich hab mein Vaterland so furchtbar lieb. Wollte nie in meinem Leben was anderes sein. Und außerdem fiel mir auch gar nichts bess'res ein.“ Das war für viele Zivis tatsächlich genau der Grund, den wir als Motivation vieler Bundis vermuteten.

Am „Bundeswehrsoldaten“ zeigt sich: Es mag sein, dass Mike Krüger vor allem durch Blödeleien bekannt wurde. Aber auch er zeigte Haltung - wenn sich die Möglichkeit bot. Vielleicht auch deshalb, weil Mike Krüger selbst in seinem Leben nicht immer zum Lachen zumute war. Der in einem Ulmer Krankenhaus zwei Monate zu früh auf die Welt gekommene Michael Friedrich Wilhelm (so sein bürgerlicher Name) Krüger lag zum Beginn seines Lebens halbseitig gelähmt in einem Brutkasten. Als er drei Jahre alt war, starb die Mutter. Zum Vater baute er nie eine enge Beziehung auf. Der junge Krüger kam in ein Internat, in dem harte Umgangsformen geherrscht haben sollen. Dennoch hat er sich eines immer bewahrt. Seinen Humor.

Später zog er in den Norden. Lange lebte er im beschaulichen Quickborn im Kreis Pinneberg. Jetzt wird der Erfinder von Bodo mit dem Bagger 65 Jahre alt. Krüger hat sich mehr und mehr zurück gezogen in den vergangenen Jahren. Umso schöner, wenn einer wie er ab und zu doch noch mal zu sehen ist zwischen den oft belanglosen und flachhumorigen Komikern, die aktuell auf den Bühnen zwischen Flensburg und Garmisch und vorallem in den Studios der privaten Fernsehsender auftreten.

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erstellt am 02.Feb.2017 | 14:45 Uhr

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