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Computermesse Cebit : Merkel braucht bald nur noch ein Handy

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Wenn Kanzlerin Merkel unterwegs SMS liest, braucht sie dazu ein anderes Handy als zum Telefonieren. Grund sind unterschiedliche Verschlüsselungen. Das soll sich ändern.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2010 | 07:12 Uhr

Dateien, E-Mails, Computerprogramme oder Betriebssysteme - sie alle lassen sich auf dem Handy verschlüsseln. Doch wer mit dem Handy auch noch abhörsicher telefonieren will, braucht bislang ein zweites Gerät dazu. Denn bisher gibt es Hersteller, die entweder verschlüsselte Daten oder verschlüsselte Sprache anbieten. Das soll sich aber noch in diesem Jahr ändern. Auf der Cebit in Hannover stellt T-Systems eine neue Technologie namens "Simko2" vor. "Simko" steht für "sichere Kommunikation". Die neue Software führt die Verschlüsselung von Daten und Sprache in einem Gerät zusammen. Gleichzeitig präsentiert auch Secusmart, der Anbieter von Sprachverschlüsselungen, eine Erweiterung in Richtung Datenverschlüsselung.
T-Systems hofft, mit "Simko2" noch in diesem Jahr auf den Markt gehen zu können. "Wir haben wichtige Entwicklungsschritte der Sprachverschlüsselung erfolgreich abgeschlossen, müssen aber noch einige Tests durchlaufen", sagt Stephan Maihoff, der bei T-Systems die Sicherheitslösung verantwortet. Möglich wird das durch VoIP, also die Sprachübertragung übers Internet. Wie genau die Verschlüsselung hier vorgenommen wird, ist eine Frage in den noch laufenden Tests.
350 Organisationen im Bund sollen testen
"Simko2" ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifiziert worden, um in sicherheitskritischen Dienststellen der Bundesregierung und von Industrieunternehmen eingesetzt zu werden. Ist die Software einsatzbereit, will T-Systems seine Angebotspalette an Smartphones um drei Geräte von HTC erweitern: Touch Pro 2, HD 2 und Snap. "Auch sie wollen wir umgehend in die Einsatzempfehlung des BSI aufnehmen lassen", sagt Maihoff.
Im Dezember hat das Bundesinnenministerium mit T-Systems einen Rahmenvertrag abgeschlossen, der rund 350 Organisationen des Bundes den Einsatz hochsicherer Smartphones der Telekom-Tochter ermöglicht. Dort sollen die Geräte mit "Simko2" schrittweise eingeführt werden.

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