Mehr "Platz" für Windstrom

Gemeinsam   nahmen sie die neue Freileitung in Betrieb: (v. l.) Landrat Dieter Harrsen, 'Eon Netz'-Geschäftsführer Dietrich Max Fey und Staatssekretärin Tamara Zieschang. Foto: Bandixen
Gemeinsam nahmen sie die neue Freileitung in Betrieb: (v. l.) Landrat Dieter Harrsen, "Eon Netz"-Geschäftsführer Dietrich Max Fey und Staatssekretärin Tamara Zieschang. Foto: Bandixen

Die neue Freileitung zwischen Breklum und Flensburg ist in Betrieb / Schleswig-Holstein bundesweit Vorreiter beim Netzausbau

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17. Dezember 2011, 07:57 Uhr

Breklum | Gestern ist die 27,1 Kilometer lange 110-Kilovolt-Leitung von Breklum nach Flensburg für den Betrieb freigegeben worden. In 15 Monaten sind die 82 Masten errichtet und der Leitungsbau abgeschlossen worden. Die Investition beläuft sich auf insgesamt 15 Millionen Euro.

Den Knopf drückten in Breklum der Geschäftsführer von "Eon Netz", Dietrich Max Fey (Mitte), die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Dr. Tamara Zieschang, und Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen. "Breklum ist das erste sichtbare Zeichen im Rahmen der Energiewende", betonte Fey. Bundesweit wäre Schleswig-Holstein damit Vorreiter im Netzausbau.

Die Stromtrasse trage erheblich dazu bei, Engpässe bei der Anbindung der Windparks an das Höchstspannungs-Transportnetz zu entschärfen, ist die Energie-Staatssekretärin überzeugt. Zieschang: "Damit ist zugleich die drängendste Sorge in Nordfriesland vorerst gelöst - denn künftig werden bei besten Windbedingungen die Anlagen nicht mehr so oft stillstehen." Mit Ausweitung der Windeignungsflächen auf 1,5 Prozent der Landesfläche werden nach ihren Worten allein im nördlichsten Kreis mehr als 2000 Megawatt aus Windenergie neu hinzukommen. "Diese gewaltigen Mengen, die der Leistung zweier Großkraftwerke entsprechen, erfordern eine direkte Anbindung an das 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz über sogenannte Strom-Autobahnen."

Zieschang erinnerte auch daran, dass die neue Leitung keineswegs unumstritten ist. "Aber für die Energiewende - die von großen Teilen der Bevölkerung getragen wird - ist sie nun einmal notwendig und auf Basis der umfassenden Planfeststellung aus meiner Sicht sorgfältig abgewogen." Die Leitung sei aber nicht nur ein wichtiger Meilenstein für den Netzausbau in Schleswig-Holstein, sondern für die Energiewende in Deutschland in sgesamt . "Die Freischaltung steht symbolisch für den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter, das heißt für eine Welt auf Basis erneuerbarer Energien und deren nachhaltiger Nutzung", hob sie hervor.

Schleswig-Holstein sei das Bundesland mit den besten Windbedingungen und stehe damit in der Pflicht, seiner Vorreiterrolle in Sachen Windenergie gerecht werden. Mit der Inbetriebnahme der Freileitung könne die Übertragungskapazität aus der Region auf mehr als 1000 Megawatt verdreifacht werden. "Damit leistet Nordfriesland einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Stromerzeugung in Deutschland." Zieschang: "Es ist das erste Mal seit mehr als 20 Jahren, dass in Schleswig-Holstein eine neue Stromleitung gebaut worden ist." Nun hofft sie, dass 2015 der erste Spatenstich für die 380-Kv-Leitung zwischen Niebüll und Brunsbüttel erfolgen kann.

Der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes und Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing meinte: "Na endlich! Es ist gut, dass die seit mindestens zehn Jahren notwendige Netzverstärkung mit der Leitung Breklum-Flensburg in Betrieb geht." Er verschwieg nicht, dass er sich ein Erdkabel gewünscht hätte. "Dafür habe ich mich mit vielen Beteiligten in der Region eingesetzt. Hätten wir die heutigen gesetzlichen Grundlagen bereits vor einigen Jahren gehabt, wäre es sicherlich möglich gewesen, ein Erdkabel durchzusetzen. Schließlich sollen künftig auf der 110-Kilovolt-Ebene Erdkabel der Regelfall sein. Aber darauf zu setzen hätte einen noch längeren Zeitverzug bedeutet, der nicht zu vertreten gewesen wäre."

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