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23. Oktober 2017 | 04:32 Uhr

Sturm : Mann vom Dach geweht

vom

In der Itzehoer Brunnenstraße wird ein Mann vom Dach geweht. Im Norden der Kreisstadt bleibt für einige Zeit der Strom weg. Am Bahnhof warten Pendler vergebens auf ihren Zug.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 16:05 Uhr

Der Sturm hält den Kreis Steinburg in Atem. Im Minutentakt laufen neue Nachrichten von Sturmschäden in der Redaktion ein. Nicht nur Feuerwehren und Polizei sind im Dauereinsatz, auch die Stadtwerke arbeiten auf Hochtouren. Denn ein Drittel der Kreisstadt Itzehoe war eineinhalb Stunden ohne Strom. Im Norden der Stadt bis runter zur Adolf-Rohde-Straße waren die Lichter aus. Betroffen waren unter anderem die Firma Sihi sowie das Schwimmbad. Laut Manfred Tenfelde, Geschäftsführer der Stadtwerke, gab es technische Schwierigkeiten in einem Umspannwerk in Itzehoe Nord. Die Stadtwerke leiteten den Stromfluss um, sodass ab kurz vor halb vier das Netz wieder funktionierte.

Schwer verletzt wurde ein Mann, der in der Brunnenstraße 20 gegen 15.30 Uhr vom Dach eines Einfamilienhauses stürzte. Ein Akkuschrauber lag noch an der Stelle, an der er zu Fall gekommen war. Offenbar hatte er irgendetwas befestigen wollen, bevor ihn der Wind herunterriss. Passanten hatten den Vorfall beobachtet und den Rettungsdienst alarmiert. Dieser transportierte den Mann, der noch ansprechbar war, ins Krankenhaus.

Als gefährlich erwies sich heute Nachmittag auch ein Gang durch die Itzehoer Einkaufsstraße. In der Breiten Straße deckte der Wind Dachziegel von einem Altbau ab, die krachend auf die Straße fielen. Gleich nebenan in einem Möbelgeschäft wurde das Schaufensterglas Opfer der Böen. Der Sturm zertrümmerte die zuvor bereits angeknackste Scheibe. Ebenso drückte der Wind ein Schaufenster des Hertie-Hauses ein.

In der ganzen Stadt fielen verschiedene Ampeln aus, was so manchen Autofahrer etwa an der Kreuzung Grunerstraße/Lindenstraße vor eine Geduldsprobe stellte.

Im ganzen Kreisgebiet fielen Äste herab oder stürzten ganze Bäume um. In der Nähe von Wilster fiel ein Baum auf die Bahnschienen.

Der Bahnverkehr war am Nachmittag in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg eingestellt worden. Zahlreiche Pendler und Reisende saßen deswegen in Itzehoe fest, so auch Markus Wiche. Der Rechtsanwalt wollte nach einer Gerichtsverhandlung zurück nach Frankfurt. „Auch zwischen Hamburg und Hannover geht nichts mehr“, berichtete er. Gemeinsam mit anderen Pendlern überlegte er, per Taxi nach Hamburg zu fahren. Die gleiche Strategie verfolgten auch Birthe Jahn, Kerstin Klaus, Alexandra Avermiddig und Sinja Nicolai aus Elmshorn. Sie wollten nach Feierabend „irgendwie nach Hause kommen“. „Obwohl wir alle eine Monatskarte haben, kriegen wir von der Bahn für die Taxifahrt keinen Cent erstattet“, ärgerte sich Jahn. Ein Taxi zu bekommen, erwies sich allerdings als schwierig. Ein Schienenersatzverkehr war bis dahin im Kreis Steinburg nicht eingerichtet.

Für Glückstadt besteht die Gefahr einer Sturmflut. Weil das Hochwasser bis zu 1,50 Meter höher auflaufen soll, räumte das Ordnungsamt den Wohnmobilparkplatz an der Mole und ließ die Fluttore zur Docke schließen.

 

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