Ernährungsstudie : Kosten für schlechtes Essen tragen alle

Ein Burger mit Pommes - daran haben sich die Geschmacksnerven gewöhnt.
Ein Burger mit Pommes - daran haben sich die Geschmacksnerven gewöhnt.

Schnell und einfach muss es gehen: Ernährung verkommt immer mehr zur Nebensache. Die Rechnung fürs schlechte Essen müssen alle begleichen. Ein Kommentar von Merle Bornemann.

Avatar_shz von
16. Juni 2013, 12:06 Uhr

Das schnellste Schnitzel kommt heute aus dem Toaster. Wie man einen gesunden Eintopf kocht, weiß kaum noch ein junger Mensch. Vermutlich schmeckt es ihm nicht mal, haben doch Döner, Tiefkühlpizza & Co. den Geschmackssinn längst umerzogen. Essen verkommt in unserer beschleunigten Gesellschaft immer mehr zur Nebensache, wie eine aktuelle Ernährungs-Studie zeigt. Besonders alarmierend: Vielen fehlt schlicht das Wissen, wie gesunde Ernährung überhaupt funktioniert.
Woher auch? Das Kind fällt meist schon früh in den Fett- und Zuckerbrunnen. Das gemeinsame Kochen kommt in immer mehr Haushalten zu kurz, so folgt auf das Fläschchen gleich das Fertiggericht. Und so lange die bunte Werbewelt Kindern auf allen Kanälen überzuckerte Erfrischungsgetränke anpreist oder eine fettige Schokocreme als "gesundes und nahrhaftes Frühstück" verkauft, muss man sich über die Situation auch nicht wundern.
Die Folgen: Fettleibigkeit und Bluthochdruck belasten das Gesundheitssystem mit Milliardensummen, sodass die Rechnung für schlechte Ernährung letztlich alle begleichen müssen. Rot, gelb, grün - diese drei Farben könnten Verbrauchern auf Verpackungen im Supermarkt den Weg weisen. Solche Lebensmittel-Ampeln sind zwar kein Allheilmittel, wären aber ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch klare Angaben zum Fett-, Salz- und Zuckergehalt wird es erstmal nicht geben - das wusste die Lebensmittel-Lobby in Brüssel 2010 zu verhindern. Was zählt schon die Verbrauchergesundheit gegenüber wirtschaftlichen Profiten?

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen