Alkohol am Steuer : KONTRA: Brauchen wir die Wegfahrsperre?

Erst pusten, dann starten: Brauchen wir die Wegfahrsperre? Anette Asmussen, Mitglied der sh:z-Politikredaktion, sagt nein.

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21. April 2011, 11:47 Uhr

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - insbesondere nicht in der Politik. Das ist vielleicht eine Erklärung für den abwegigen Vorschlag, Alkolocks in Autos einzubauen, um das Problem "Alkohol am Steuer" zu bekämpfen.
In Deutschland darf der Staat den Einbau der Geräte nicht vorschreiben. Das ist bekannt. Bleibt allein ihr freiwillige Einsatz. Der mag vielleicht einem Verkehrssünder einleuchten, der auf diese Weise lästige Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei los werden kann. Vielleicht werden auch noch ein paar besonders vorbildliche Bürger die teuren Geräte in ihre Fahrzeuge einbauen.
Und sonst? Sonst hilft die Diskussion allein dem Lübecker Unternehmen Dräger Safety, dem Weltmarktführer für Alkolocks. Und das könnte auch eine Erklärung für das plötzliche Interesse an den Alkoholtestern sein: eine geschickte Marketingstrategie, die den Bundesverkehrsminister für ein - keineswegs neues - Produkt begeistert hat und die nun Gesprächsstoff in die nachrichtenarme Osterzeit bringt. Dem Kampf gegen "Alkohol am Steuer" jedenfalls nutzt die Debatte wenig. Er mag es gut meinen, aber mit der Diskussion um die Alkolocks wird Peter Ramsauer nichts erreichen, nur Zeit und Geld verschwenden.
(net)

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