Schleswig-Holstein im Standort-Ranking : Kommentar: Weiches Land

Schleswig-Holstein im Standort-Ranking

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25. Juni 2011, 10:43 Uhr

Die passende Nachricht zum Besuch von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz bei Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen in Kiel kam gestern aus Berlin: Dank der Elbmetropole ist auch Schleswig-Holstein ein attraktiver Wirtschaftsstandort, stellt ein in der Hauptstadt veröffentlichtes Bundesländer-Ranking fest.

Nun ist es kein Geheimnis, dass das Hamburger Umland die Boomregion Schleswig-Holsteins ist. Auch kann man mit Standort-Rankings je nach Gewichtung der zahllosen Kriterien vieles beweisen und widerlegen. Dennoch ist die Studie interessant - weniger weil sie die Verflechtung mit Hamburg herausstellt, sondern weil sie für einen anderen Zusammenhang sensibilisiert, der sonst oft zu kurz kommt: Nicht nur die harten ökonomischen Daten sind maßgeblich für den Erfolg eines Landes. Es zählen auch scheinbar weiche Faktoren.

So schneidet Schleswig-Holstein im Ranking nicht allein wegen der Nähe zu Hamburg gut ab. Vielmehr liegt es auch daran, dass zum Beispiel die Abschlussquote an Schulen gestiegen ist und die Aufklärungsquote bei Straftaten. Die Studienautoren des arbeitgebernahen Instituts IW Consult loben das ausdrücklich - und treffen sich darin bemerkenswerterweise mit den schleswig-holsteinischen Grünen: Die haben kürzlich ein neues Wachstumskonzept vorgestellt, in dem sie ebenfalls mehr messen wollen als die bloße Zunahme des Bruttoinlandsprodukts.

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