Gefährdete Vögel : Kommentar: Umbruch

Wer grüne Energie will, braucht Flächen zum Anbau nachwachsender Rohstoffe. Paragraphen alleine helfen nicht, um Geschöpfe zu erhalten.

Avatar_shz von
06. April 2011, 11:20 Uhr

Was der inzwischen weithin propagierte Ausstieg aus der Atomenergie mit der Zukunft von Uferschnepfe, Felderche und Kiebitz zu tun hat? Eine Menge, wie die Debatte um den massenhaften Umbruch von Grünland in Schleswig-Holstein belegt. Wer grüne Energie will, muss Flächen schaffen, auf denen nachwachsende Rohstoffe angebaut werden können. Das lohnt sich derzeit für Landwirte. Deshalb wird der Lebensraum für Wiesenvögel knapp, deshalb sind Arten wie die Uferschnepfe im Bestand bedroht. Wer A wie Ausstieg aus der Atomkraft sagt, muss auch B wie Biosprit und die Folgen bedenken.
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat es in der Energiedebatte des Landtags auf den Punkt gebracht. Das Gesicht (nicht nur) Schleswig-Holsteins wird sich deutlich verändern. Durch noch mehr Windräder, noch mehr Biogasanlagen, noch mehr Stromtrassen. Was deshalb Not tut, ist eine intensive, parteiübergreifende und ideologiefreie Debatte um den "richtigen" Weg in ein neues Energiezeitalter. Das wird seine Zeit brauchen. Wer die Totalvermaisung des Landes nicht will, wer Lebensräume auch für andere Geschöpfe erhalten will, wird mit Paragrafen reiterei beim Grünlandumbruch allein nicht weiterkommen. Der wird auch andere Stellschrauben wie den Subventionen für Ökostrom drehen müssen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen