Überlastete Schuldnerberatung : KOMMENTAR: Raus aus den Schulden

Immer mehr Menschen in Schleswig-Holstein geraten in die Verschuldungsfalle. Verwundern kann das eigentlich niemanden: Der Staat lebt es vor.

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29. Dezember 2012, 10:09 Uhr

Es ist so leicht. Hier ein Kredit, dort ein Mausklick und eben noch schnell die Kreditkarte belasten, damit der überzogene Dispokredit noch bis zum nächsten Ersten reicht. Immer mehr Menschen geraten in die Verschuldungsfalle, Menschen aus allen Schichten.
Ehrlich gesagt kann das auch niemanden verwundern. Denn der Staat lebt es vor. Und gibt es Konsequenzen? Nein, der einzelne Bürger merkt nichts von der Schuldenlast, denn das öffentliche Leben auf Pump geht normal weiter. Und so liegt es nahe, dass auch immer mehr Menschen im Privaten auf Schulden setzen. Und erst wenn nach im Schnitt fünf Jahren Verschuldung nichts mehr geht, kommen sie zu den Schuldnerberatern. Und die stehen dann vor komplexen Problemen, deren Bearbeitung mehr Zeit und Mühe kostet als eine Sendung mit TV-Schuldnerberater Peter Zwegat zu schauen.

Bankberater reden Risiken oft klein

Wir müssen uns damit abfinden, dass es zur Zeit sehr viele verschuldete Menschen gibt. Sich um sie zu kümmern kostet viel Geld, das der Staat aufbringen muss. Aber damit nicht noch mehr Menschen in die Verschuldungsfalle rutschen müssen für Präventionen die zur Kasse gebeten werden, die den Menschen oft den Weg in die Schulden ebnen.
In Banken wird nicht immer darauf geachtet, welchen Betrag ein Kreditnehmer in welchem Zeitrahmen realistisch zurückzahlen kann. Kreditberater rechnen mit neuen potenziellen Einnahmen und kleinen Zinssätzen - Risiken werden oft kleingeredet. Braucht der klamme Kreditnehmer neues Geld, verdient die Bank auch daran wieder. Der treueste Kunde ist der, der sein Leben lang Zinsen zahlt. Dass das viele Menschen überfordert, ist klar. Und so sollten die Banken sich an den Folgen beteiligen - und ihren Teil dazu beitragen, dass Schuldnerberater den Menschen helfen können. Denn das ist alles andere als leicht.

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