Die Rader Hochbrücke muss möglicherweise gesperrt werden : Kommentar: Der Verkehrs-Infarkt droht

Die Rader Hochbrücke muss möglicherweise gesperrt werden

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05. November 2011, 09:42 Uhr

Vor wenigen Wochen noch musste über eine mögliche Sperrung des Nord-Ostsee-Kanals diskutiert werden. Es war viel Überzeugungskraft erforderlich, um das Bundesverkehrsministerium davon zu überzeugen, Geld für die Sanierung der maroden Schleuse in Brunsbüttel zur Verfügung zu stellen. Jetzt droht der A7 der Infarkt: Die Rader Brücke über den Kanal muss möglicherweise gesperrt werden, wenn die Schäden an den Lagern sich verschlimmern. Zwei Wochen soll es dauern, bis die für die Reparatur benötigten Bolzen angefertigt und geliefert sind.

Jeder Autofahrer steuert schnurstracks die nächste Werkstatt an, wenn er im Getriebe ein verdächtiges Geräusch wahrnimmt oder der Zahnriemen in ein kritisches Alter kommt. Wer aufmerksam ist und rechtzeitig aktiv wird, spart langfristig Kosten und bleibt mobil. Das nennt sich dann verantwortungsvolles Handeln.

Auch im Fall der Schleusen in Brunsbüttel und an der Rader Brücke wäre eine ähnliche Sorgfalt nicht nur wünschenswert, sondern dringend erforderlich gewesen. Die beiden wichtigstens Verkehrsadern des Landes aber sind ganz offenbar nicht mit der notwendigen Sorgfalt behandelt worden. Dieser Vorwurf lässt sich auch mit Hinweis auf fehlende Finanzmittel nicht aus der Welt schaffen. In beiden Fällen wurde durch die Versuchung der kurzfristigen Ersparnis die Gefahr in Kauf genommen, dass das Land schweren wirtschaftlichen Schaden erleidet.

Sollte sich diese kurzsichtige Art der Politik fortsetzen, ist es eine Frage der Zeit, wann es in Schleswig-Holstein wirklich zum Verkehrs-Chaos kommt. Und das müssen dann natürlich nicht die Verantwortlichen in Berlin, sondern die Menschen in Schleswig-Holstein ausbaden.

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