Zusammenfassung : Kollegen trauern um Evelyn Hamann

Evelyn Hamann starb im Alter von 65 Jahren. Foto: dpa
Evelyn Hamann starb im Alter von 65 Jahren. Foto: dpa

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29. Oktober 2007, 08:08 Uhr

Hamburg - Schauspielerkollegen und TV-Sender haben mit Trauer und Betroffenheit auf den Tod von Evelyn Hamann reagiert. Ihr früherer Sketch-Partner Vicco von Bülow alias Loriot (83) sagte in der ARD-Talksendung "Beckmann": "Es fällt mir schwer, Worte zu finden für meine Trauer." Mit Hamann habe er "eine treue Partnerin - und wir alle eine wunderbare Schauspielerin verloren, der es immer gelang, die heiklen Seiten des Lebens durch Komik zu überwinden". Zum frühen Tod Hamanns, die 65 Jahre alt wurde, sagte Loriot: "Liebe Evelyn, Dein Timing war immer perfekt, nur heute hast Du die Reihenfolge nicht eingehalten."
Der Schauspieler Hans-Peter Korff (65) sagte: "Sie war eine sehr präzise, disziplinierte Schauspielerin, eine große Künstlerin, eine Seiltänzerin der Kunst der Komik." Der Hörfunkagentur dpa/Rufa sagte er weiter: "Ich habe von ihrer schweren Erkrankung gar nichts gewusst. Sie hat die Latte für sich und ihre Mitarbeiter immer sehr hoch gelegt. Meistens ist sie auch elegant drübergesprungen. Und wenn es ihr nicht so ganz gelungen ist, dann ist sie in anständiger Haltung drunterdurchgegangen."
"Loriot war ihr Meister"
Evelyn Hamann hat nach Worten des Kabarettisten und "Tatort"- Kommissars Peter Sodann auf ihrem Gebiet sehr viel geleistet. "Loriot war ihr Meister und sie hat mit ihm wunderbare Sachen veranstaltet", sagte Sodann (71). "Es tut mir Leid, dass sie gestorben ist. Mit 65 ist man noch gar nicht so alt." Hamann war in der Nacht zum Montag nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreis ihrer Angehörigen gestorben.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) würdigte Evelyn Hamann als "wunderbare Schauspielerin" und "großartige Komödiantin". Unvergesslich seien ihre Auftritte an der Seite Loriots, mit dem sie Film- und Fernsehgeschichte geschrieben habe, hob Neumann hervor. "Wie kaum eine andere vermochte sie es, die Gefährdungen durch Alltag und Mitmenschen in den komischsten Farben zu zeichnen. Auch wenn sie dank ihrer Wandlungsfähigkeit ebenso in ernsten Rollen zu überzeugen vermochte, werden uns besonders ihr unvergleichlicher Witz und ihr subtiler Humor fehlen."
"Sie hat nie viel Aufhebens um sich gemacht"
Betroffen reagierte die ARD auf die Nachricht von ihrem Tod. Programmdirektor Günter Struve erklärte: "Ihre Markenzeichen waren ihr hanseatisch-trockener Humor und ihr spröder Witz, mit dem sie in immer neuen Rollen ihr Publikum begeisterte." NDR-Intendant Jobst Plog sagte: "Sie war eine Darstellerin, die ihre Figuren mit größter Präzision und äußerst liebevoll gestaltet hat - und eine Kollegin, die trotz ihrer Bekanntheit nie viel Aufhebens um sich gemacht hat."
ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte die Verstorbene als "vielseitige, intelligente Schauspielerin und großartige Komödiantin mit Lust an der Verwandlung und einem unverwechselbaren Witz". Mit ihren "Geschichten aus dem Leben", aber auch in vielen anderen Specials und Fernsehfilmen sei sie zu "einem Aushängeschild der ZDF- Unterhaltung" geworden, sagte Schächter.
Letzter Kamera-Auftritt im Mai 2006
Die Geschäftsführung der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF), die die Serie "Adelheid und ihre Mörder" produziert hat, äußerte sich bestürzt über Hamanns Tod. "Der große Erfolg der Reihe war vor allem Frau Hamann mit ihrer unverwechselbaren Art und ihrem intensiven Spiel zu verdanken", hieß es in einer ndF-Erklärung. Im Mai 2006 sei die letzte Klappe gefallen. Danach habe die Künstlerin um eine Schaffenspause gebeten.

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