Pastorenmangel : Kirche sucht Nachwuchs auf dem flachen Land

Immer weniger Theologen bewerben sich auf offene Pastorenstellen im ländlichen Raum. Mitunter sei es schwer, überhaupt jemanden zu finden, sagt Bischof Hans Christian Knuth.

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19. September 2008, 07:58 Uhr

Alte Pastorate mit Räumen, so groß wie Tanzsäle stehen bei den Pastoren längst nicht mehr für gehobene Wohnkultur. Im Gegenteil: Angesichts hoher Energiekosten, die einen Großteil ihres Gehalts auffressen, schrecken immer mehr Pfarrer in Nordelbien vor dem Umzugs aufs Land zurück. Denn noch muss der Pfarrer im örtlichen Pastorat wohnen. Der "häufig beklagenswerte Zustand" vieler Pastorate ist nach Worten von Bischof Hans Christian Knuth ein Grund dafür, dass Pfarrstellen immer schlechter zu besetzen sind.
Mitunter gebe es nur wenige oder gar keine Bewerbungen. Obwohl das Problem vor allem an der Westküste beobachtet wird, warnen auch Kirchenobere aus dem Lübecker Raum, "dass die Gemeinden bald ausbluten". Dabei stehen nach vielen Spar-Jahren, in denen sich Pfarrer Stellen teilen mussten, jetzt 50 neue Posten zur Besetzung an. Es stelle sich die Frage, ob Nordelbien vormals zu viele qualifizierte und motivierte Theologen abgewiesen hat, so Knuth. Die Kirche müsse sich dringend um Theologiestudenten in Hamburg und Kiel kümmern. Denn andere Landeskirchen "schöpfen die Sahne schon ab" - und bieten ihnen Stellen an.

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