Branche in der Krise : Keine Energiewende ohne Offshore-Windkraft

In der Offshore-Branche kriselt es. Die staatliche Förderung des Offshore-Ausbaus ist trotzdem sinnvoll. Ein Kommentar von Kay Müller.

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13. Juli 2013, 11:22 Uhr

Zu teuer, zu langsam - und kriselnd. Das sind die Urteile, die jetzt ein Experte in einem neuen Bericht zum Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen gefällt hat. Schon sehen Kritiker die ganze Branche in Gefahr, weil Unternehmen nicht mehr investieren wollten. Macht in diesen Zeiten die staatliche Förderung des Ausbaus von Offshore-Windkraft überhaupt noch Sinn?
Ja. Und zwar uneingeschränkt. Denn auch wenn der Ausbau von Windkraftanlagen an Land viel schneller und billiger ist und so Strom kostengünstiger produziert werden kann - ohne massiven Ausbau der Offshore-Windkraft kann die Energiewende nicht gelingen. Gerade einmal 1,8 Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins werden als Eignungsfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen. Um den benötigten Strom allein an Land zu produzieren, wäre ein Vielfaches davon nötig. Und immer neue Windspargel würde die Bevölkerung zu Recht nicht mehr akzeptieren.

Unternehmen Zeit lassen

Anders auf See. Die Anlagen sind nicht nur außer Sicht, sie produzieren auch mehr. An Land läuft ein Windrad rund 2500 Stunden pro Jahr unter Volllast, offshore sind es im Schnitt 4500.
Die Kritiker sollten nicht vergessen, dass die Offshore-Technik, wie sie in der Nordsee gebraucht wird, völlig neu entwickelt und installiert werden muss. Die Onshore-Technik wird seit über 30 Jahren erprobt, überarbeitet und verfeinert. Windkraftexperten glauben, dass die Offshore-Technik bereits in fünf Jahren so weit sein könnte, dass Anlagen standardisiert und in größerer Stückzahl produziert werden könnten. Dann werden die Anlagen auch schneller und kostengünstiger gebaut werden - und die Förderung kann zurückgefahren werden. Aber diese Zeit sollte man den Unternehmen lassen. Denn massenhaft aus Offshore-Windkraftanlagen produzierter Strom - das wäre wohl einer der größten Beiträge zur Energiewende.

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