„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ : Kakerlaken, Quallen und Gemecker: Gegrummel im Dschungelcamp

Moderatoren Daniel Hartwich und Sonja Zietlow (M, oben) und die Kandidaten 2015, Tanja Tischewitsch (oben, l), Sara Kulka (Mitte, l), Walter Freiwald (oben, r), Rolf Scheider (Mitte, r) und Benjamin Boyce (unten, l-r), Angelina Heger, Rebecca Siemoneit-Barum, Jörn Schlönvoigt, Maren Gilzer, Patricia Blanco und Aurelio Savina
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Moderatoren Daniel Hartwich und Sonja Zietlow (M, oben) und die Kandidaten 2015, Tanja Tischewitsch (oben, l), Sara Kulka (Mitte, l), Walter Freiwald (oben, r), Rolf Scheider (Mitte, r) und Benjamin Boyce (unten, l-r), Angelina Heger, Rebecca Siemoneit-Barum, Jörn Schlönvoigt, Maren Gilzer, Patricia Blanco und Aurelio Savina

Die erste Dschungelprüfung ist absolviert, ein paar Nerven liegen blank. So wie es RTL gerne hat. Im Mittelpunkt des Ärgers steht der Teleshopping-erprobte TV-Moderator Walter Freiwald.

shz.de von
17. Januar 2015, 10:29 Uhr

Eine Qualle, ausgerechnet eine Qualle! Für Walter Freiwald, 60 Jahre alt und jahrelang beim Teleshopping tätig, beginnt die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ alles andere als optimal. Bei einem Sprung ins Wasser touchiert den Moderator eine neugierige Qualle und Freiwald brennt der Arm. „Man hat mir gesagt, die Quallen tun einem nichts, aber der halbe Arm ist jetzt schon voller Risse“, jammert er. „Das tut so weh. Ich finde das unfair. Das brennt wie die Hölle, ich muss sofort verarztet werden.“ Freiwald gehört zu dem Trupp von elf mehr oder minder prominenten Zeitgenossen, die der Privatsender RTL angeworben hat, um ihn in die neunte Staffel seiner Dschungelshow zu stecken, die am Freitagabend anlief und bis zum 31. Januar täglich zum Lästern einlädt. Ein Mann mit Ärger-Potenzial. Als er wieder an Land ist, meckert Freiwald TV-gerecht weiter: „Ohne meine Einlagen kann ich nicht laufen. Die spielen mit meiner Gesundheit. Die können doch nicht riskieren, dass mein Fuß durchbricht.“ Später kokettiert er sogar mit seinem Dschungel-Abgang: Zigarettenmangel und Rückenschmerzen gibt er als Motiv an.

Kurz nach dem Eintreffen am üblichen Zielort in Australien hat RTL seine Mitspieler zu einem überraschenden Empfang auf einer Luxusjacht geladen. Häppchen und ein Gläschen inklusive. Doch dann platzt die zweite, etwas unangenehmere Überraschung herein: Dr. Bob, Dauergast der Show als sogenannter Dschungeldoktor, teilt den Promitrupp auf und schickt sechs Leute in einen Helikopter, von dem sie mit dem Fallschirm abspringen und dann ins Camp zu Fuß stapfen müssen. Die anderen fünf, unter ihnen Freiwald, sollen ins Wasser springen, zu einem Eiland schwimmen und sich dort wieder ankleiden.

Im Lager, das die Kandidaten nun maximal zwei Wochen lang bewohnen werden, bitten schließlich die beiden scharfzüngigen Moderatoren, Sonja Zietlow (46) und Daniel Hartwich (36), zur ersten „Dschungelprüfung“, die unter den Teilnehmern wegen des hohen Ekelfaktors extrem gefürchtet ist. Das Duo Aurelio Savina (37), italienisches Model und ehemaliger „Bachelorette“-Kandidat, und Sara Kulka (24), bei „Germany's next Topmodel“ zu einer gewissen Bekanntheit gelangt, müssen zu einem sechsteiligen „Dschungel-Sommerfest“ antreten. Dabei fallen einige böse Worte unter der Gürtellinie, als sich Aurelio als Partnerin Sara aussucht.

Was dann passiert, wiederholt sich bei RTL Jahr für Jahr und ist ein Garant für perfekten TV-Voyeurismus: Sara und Aurelio müssen sich zunächst einen Cocktail aus pürierten Kakerlaken, Grillen, Mehlwürmern und Kotzfrucht reinwürgen. Das klappt gerade noch. Dann der Sonnenschutz: Sie müssen sich gegenseitig mit einer stinkenden „Dschungellotion“ aus Kakerlaken-Resten und pürierten Fischabfällen einreiben - auch das funktioniert. Ein Limbo mit Schafshoden im Mund wird auch ein Erfolg. Aus dem Bad im Aalschleim, dem Verzehr des Kakerlaken-, Grillen und Madenspießes sowie dem Ritt auf der Gartenschaukel wird aber nichts.

Das sind lediglich sechs von zwölf maximal zu gewinnenden Sternen. Um davon vollwertigen Nahrungsnachschub für die anderen Mitspieler zu erwerben, braucht man mehr. Das kann Sara Kulka am Samstag gleich erneut versuchen, denn das TV-Publikum wählt sie auch zur zweiten Ekel-Prüfung. „Ich bin das Opfer der Nation“, lamentiert sie. Von ihrem Abschneiden hängt die Stimmung im von RTL besetzten Teil Australiens die nächsten Tage ab.

Mindestens die erste Folge brachte dem Kölner Sender Platz eins bei den Einschaltquoten am Freitagabend. 7,5 Millionen Zuschauer verfolgten das Spektakel, was einem Marktanteil von 28,7 Prozent entsprach.

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