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E-Postbrief : Jetzt gibt es den "Brief im Internet"

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"Einfach wie eine E-Mail, so sicher wie ein Brief" - so preist die Deutsche Post den E-Postbrief an, der 55 Cent kosten wird. Erste Großkunden haben sich schon registriert.

Kiel | E-Mail statt Brief: Das ist ein Trend, der sich nicht stoppen oder zurückdrehen lässt. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Briefsendungen bis 2015 um weitere 30 Prozent zurückgehen wird. Das Problem: E-Mails können bislang nicht für rechtsverbindliche Dokumente wie Steuerbescheide, Arztdiagnosen oder Einschreiben genutzt werden. Selbst der Versand von Rechnungen und Lohnmitteilungen ist umstritten. Denn ob hinter der E-Mail-Adresse "Lieschen Müller" tatsächlich "Lieschen Müller" steckt, weiß niemand so genau.
Am Mittwoch hat nun die Deutsche Post einen kostenpflichtigen Service für den sogenannten online-Brief gestartet, der technisch einer E-Mail gleicht, aber nach Angaben des Konzerns "genauso verbindlich, vertraulich und verlässlich" ist wie herkömmliche Briefe auf Papier. Kunden könnten sich ab sofort kostenlos eine Adresse für den "E-Postbrief" sichern, ihr Konto wird dann nach einer persönlichen Identifizierung in einer Post-Filiale freigeschaltet. Da alle Nutzer sich eindeutig identifizieren müssen, wissen Absender und Empfänger zweifelsfrei, mit wem sie es zu tun haben. Der Online-Brief soll genauso viel kosten wie herkömmliche Briefe.
Neu: Der Hybridbrief
"Der Online-Brief bietet den gleichen Nutzen wie ein herkömmlicher Brief, deshalb ist es auch sinnvoll, ihn genauso teuer zu machen", so Gerdes. Bezahlen muss nur, wer eine Mail verschickt - der Empfang ist kostenlos. Nutzer können künftig wählen, ob Internet-Briefe elektronisch zugestellt oder von der Post ausgedruckt und durch einen Briefträger übermittelt werden (Hybridbrief).
Mit einem ähnlichen Angebot wollen sich auch die Deutsche Telekom und E-Mail-Anbieter wie GMX und Web.de aus dem Konzern United Internet einen Teil dieses Zukunftmarktes sichern. Bei den Postkonkurrenten können sich Verbraucher derzeit Adressen für den Internet-Briefversand reservieren - wovon bereits 125.000 Bundesbürger Gebrauch gemacht haben. Die Unternehmen wollen allerdings den neuen rechtsverbindlichen De-Mail Service erst Anfang 2011 anbieten.
Großkunden: ADAC, Sap, Allianz
Den Dienst dürfen nur zertifizierte Unternehmen offerieren, die durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überprüft wurden. Sie müssen definierte Verschlüsselungs- und Speicherstandards einhalten und sind verpflichtet, die eindeutige Identifizierung der Inhaber von De-Mail-Konten nachzuweisen. Die Bundesregierung muss hierfür aber noch die Regularien festlegen. Die sollen noch in diesem Jahr fertig werden, verspricht Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), dessen Ministerium die Federführung bei der Gesetzgebung hat. Die De-Mail soll aber keine staatliche Angelegenheit sein, sondern von privaten Providern angeboten werden.
Viele Behörden und Unternehmen wollen ihre Post künftig so zustellen und damit Geld sparen. Denn bislang müssen viele Schreiben eingescannt oder auf andere Weise in digitale Form gebracht werden, was teuer, langsam und fehleranfällig ist. Als Großkunden für ihren neuen e-postService hat die Deutsche Post bereits zahlreiche Großkunden wie den ADAC, den Softwareriesen Sap, Lottogesellschaften und Versichungsgruppen wie die Allianz gewonnen.
Öffnet der Bürger sein De-Mail-Postfach, so ist der Provider verpflichtet, der absendenden Behörde eine Zustellbestätigung zu schicken, die mit einer qualifizierten elektronischen Signatur unterschrieben sein muss. Für De-Mail wird man keine zusätzliche Software, Installationen oder Geräte wie etwa einen Kartenleser brauchen. Lediglich die Registrierung ist nötig. Das neue Post-Angebot sei spam- und virenfrei, betont die Post, die hofft, damit vollkommen neue Kunden anzulocken.

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erstellt am 16.Jul.2010 | 12:39 Uhr

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