Im Haushalt klafft weiter eine Lücke

 Sanierung beschlossen: Der Maulwurf soll von der Sportanlage 'Harderkampfbahn' vertrieben werden. Foto: robohm
Sanierung beschlossen: Der Maulwurf soll von der Sportanlage "Harderkampfbahn" vertrieben werden. Foto: robohm

Stadt Nortorf bleibt unter Aufsicht der Kommunalaufsicht / Investitionen trotz angespannter finanzieller Lage / Harderkampfbahn wird saniert

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17. Dezember 2011, 08:11 Uhr

Nortorf | Die Stadt Nortorf kann ihren Haushalt erneut nicht ausgeglichen gestalten, weswegen die Kommunalaufsicht des Kreises auch weiterhin der Aufnahme von Krediten zustimmen muss. Bei einer Gegenstimme verabschiedeten die Stadtverordneten in ihrer Sitzung den 259 Seiten starken Etat für 2012, in dem im Verwaltungshaushalt eine Lücke von rund 160 000 Euro klafft. Einnahmen von rund 8,3 Millionen Euro stehen Ausgaben in Höhe von etwa 8,46 Millionen Euro gegenüber.

"Unsere Bemühungen, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, haben nicht ausgereicht", stellte der Finanzausschuss-Vorsitzende Uwe Krohz (SPD) bei der Vorstellung des Zahlenwerks fest. "Und das, obwohl wir in den vergangenen zwei Jahren die Ausgaben reduziert und die Einnahmen unter anderem durch das Anheben von Steuern erhöht haben." Noch höhere Steuern wollte man den Bürgern im kommenden Jahr nicht zumuten, so Krohz. "Trotzdem müssen wir die Konsolidierung fortführen." Durch das Loch im Haushalt müsse man einen Kredit in Höhe von rund 284000 Euro aufnehmen. "Erfreulich ist, dass wir in diesem Jahr unter dem Strich mehr tilgen als neu aufnehmen." Dadurch sinke der Gsamtschuldenstand der Stadt um rund 120 000 Euro auf dann 4,79 Millionen Euro. "Das sind pro Einwohner immerhin 20 Euro weniger Schulden", so Krohz: "Wir dürfen zufrieden sein, aber die Gesamtschulden dürfen wir in den kommenden Jahren nicht nur anknabbern. Das Ziel muss sein, diese auszugleichen."

"Ein Großteil unseres Geldes geht in den sozialen Bereich", erklärte Bürgermeister Horst Krebs (CDU), der die Etat-Diskussion auch dazu nutzte, dem Ehrenamt zu danken. "Wenn wir all das, was ehrenamtlich tätige Bürger leisten, bezahlen müssten, hätten wir einen richtig schiefen Haushalt." Kerstin Detlefsen-Suhr, Fraktionsvorsitzende der CDU, erinnerte daran, dass man in den vergangenen Jahren gestiegene Kosten wegen der 30 Krippenplätze gehabt habe. "Aber das war eine Investition in die Zukunft. Wir müssen die Stadt attraktiv für junge Familien erhalten." Sie stellte eine Debatte über Nutzungsgebühren für die Ausleihe in der Stadtbücherei in Aussicht: "Das müssen wir diskutieren." Rolf Jörs (FDP) regte erneut an, das Gebäude der ehemaligen Hugo-Syring-Schule zu veräußern. "Das kostet nur Geld, mit einem Verkauf könnten wir den Haushalt ein wenig sanieren."

Trotz des Haushaltslochs plant Nortorf nicht unerhebliche Investitionen. Die Umplanung des Gewerbegebiets in der Gnutzer Straße, der Ausbau der Hohenwestedter Straße und die Erweiterung der Schülerinsel sowie die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik kosteten eine Menge Geld, rechnete Uwe Krohz vor. "Aber wir können uns keinen Stillstand leisten."

Einer der größten Einzelposten im Etat ist die Sanierung der Harderkampfbahn. Rund 114000 Euro nimmt die Stadt in die Hand, um den allgegenwärtigen Maulwurf von der Sportanlage zu vertreiben. "Sport war dort gefahrlos nicht mehr möglich", erläuterte Krohz. Man habe zuletzt erhebliche Ausgaben gehabt, um die Gefahrenquellen zu beseitigen. Nun soll eine horizontale und vertikale Maulwurfsperre eingebaut und die Grasnarbe erneuert werden. Allerdings habe man sich gegen den Einbau einer festen Beregnungsanlage entschieden und setze auf ein mobiles Gerät, so Krohz. "Eine feste Anlage wäre unrentabel gewesen." Rolf Jörs entgegnete, die Ausgabe sei angesichts der Haushaltslage "unverhältnismäßig" und regte an, dass Eltern und der TuS Nortorf zukünftig die Maulwurfhügel eigenhändig mit Schaufeln einebnen könnten. "Damit ist es nicht mehr getan, da sind nachhaltig Löcher entstanden, der Platz gleicht einer Buckelpiste", widersprach der Bauausschuss-Vorsitzende Karsten Rumpf (CDU). Die Stadtverordneten stimmten jeweils gegen die Stimme von Jörs für die Sanierung und den Etat.

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