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18. August 2017 | 18:33 Uhr

Holsteins Abwehr nur einmal unsortiert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hertha BSC: Renner – Glen (41. Schwarz), Egerer, Ernesto, Seemann – Kyeremeh, Friede, Schultz-Fademrecht, Akyol (50. Neuwald) – Maier (59. Baak), Zografakis (76. Selman).
Holstein Kiel: Steiner – Decker, Blaue, Bodendorf, Schüler – Seidel (47. Netzel), Groth, Ayyildiz, Griese (Zinkondo) – Vojtenko, Tobinski (71. Niebergall).
SR: Wirth (Zwickau).
Zuschauer: 75.
Tore: 1:0 Schultz-Fademrecht (70.).

In der B-Junioren Bundesliga Nord-Nordost traten die Jungstörche am Samstag zu einem Gastspiel in der Hauptstadt an – die nächste Etappe der Mission Klassenerhalt.

Die Gastgeber gingen mit einer offensiven Ausrichtung ins Spiel, wollten die KSV vom Anpfiff an unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen. Das erste Ausrufezeichen setzte die Hertha in der 14. Minute: Mittelfeld-Akteur Enes Akyol packte einen strammen Abschluss aus 17 Metern aus, das Leder knallte an die Latte. Auf die offensive Ausrichtung der Berliner reagierten die Kieler mit defensiver Kompaktheit. Durch die engmaschige Abwehrformation fiel es der Hertha schwer, Räume zu finden und Torgefahr zu erzeugen. Auch die kämpferische Einstellung stimmte bei den Gästen. Man schaffte schnell Überzahl in Ballnähe, so dass die spielerischen Fähigkeiten der Heimmannschaft kaum zur Geltung kommen konnten. Die Herthaner versuchten es zwangsläufig oft aus der Distanz. Es schien in dieser Phase so, als habe man der Hertha mit Aggressivität jeglichen Spaß am Spiel genommen. Nach 33 gespielten Minuten drang die „Alte Dame“ das erste mal erfolgreich in den Strafraum der Kieler ein und prompt wurde es brandgefährlich. Der Abschluss von Nelson Schultz-Fademrecht ging aber knapp am Tor vorbei. Kurz vor der Halbzeitpause zeichnete sich KSV-Keeper Steven Steiner mit einer fulminanten Reaktion aus, entschärfte einen Schuss aus kurzer Distanz und sicherte so seiner Mannschaft das Unentschieden zur Pause. Die Jungstörche hatten die Vorgaben des Trainerteams nahe der Perfektion umgesetzt und ihr Zwischenziel mit dem 0:0 erreicht. „Wir haben keine einzige hundertprozentige Torchance zugelassen.“, lobte auch KSV-Trainer Finn Jaensch die Leistung seiner Schützlinge in der ersten Hälfte.

Der zweite Durchgang begann und die Zuschauer sahen eine nun noch forschere Kieler Mannschaft. Zu den defensiven Tugenden kamen nun auch noch feine Spielzüge. In der 50. Minute eroberte der stark spielende Luca Groth den Ball und setzte Angreifer Rasmus Tobinski ein. Dessen Querpass erreichte Sturmkollegen Alexander Vojtenko. Der hatte den Hertha-Torwart bereits umspielt und musste nur noch ins Tor einschieben, als er von einem Abwehrspieler unsanft und elfmeterreif zu Fall gebracht wurde. Der Pfiff blieb allerdings aus. Auch wenn der Strafstoß und die Chance zur Führung verwehrt blieben, beeindruckte die KSV alle Anwesenden mit ihrem Auftritt. Man hatte sich auf Seiten Herthas wohl auf einen etwas entspannteren Nachmittag eingestellt. Nach circa 60 Minuten fand die Hertha wieder etwas besser in die Partie, Gefahr kam allerdings nur bei Distanzschüssen auf: ein weiterer Lattentreffer war für die Herthaner zu verzeichnen. Es war nun ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Berlin das bessere Ende für sich haben sollte. Zehn Minuten vor Schluss erzielten die Gastgeber das schmeichelhafte 1:0. Nach einer Flanke von rechts zeigte sich die Hintermannschaft der Jungstörche ausnahmsweise ungeordnet und der goldrichtig stehende Schultz-Fademrecht traf sehenswert per Direktabnahme. Nach dieser Schrecksekunde gelang es den wackeren Kielern nicht mehr genügend Druck aufzubauen, um noch zum Ausgleich zu kommen.

Die KSV hatte sich über die volle Distanz nichts vorzuwerfen, allerdings kam trotz der tollen Leistung nichts Zählbares heraus. „Das war wirklich ärgerlich. Eine richtig gute Leistung von den Jungs“, fasste Jaensch zusammen und brachte es auf den Punkt: „So ist Fußball.“

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