Zahnärzte : Hintergrund: Die Bezahlung der Zahnärzte

Kompliziert, komplizierter, Bezahlung von Zahnärzten: Das Regelwerk über die Honorierung der Zahnärzte ist nicht einfach. Vor allem: Es gibt gleich zwei davon.

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20. Juni 2011, 10:11 Uhr

So gelten zwei verschiedene Regelwerke: die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und der Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA). Der BEMA gilt für die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die GOZ gilt für alles andere: die Abrechnung mit Privatpatienten - und mit Kassenpatienten für Behandlungen, die die Kasse nicht oder nur teilweise bezahlt. Rund zwei Drittel des Zahnersatzes müssen die Kassenpatienten inzwischen selbst bezahlen.
Die GOZ weist für jede Behandlung einen Betrag zur Kalkulation des Honorars aus, wobei Punktzahlen pro Behandlung mit einem Punktwert multipliziert werden. Der Zahnarzt berücksichtigt aber Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad über einen Steigerungsfaktor. Für eine Behandlung ohne Komplikationen gilt der Faktor 2,3 als Richtwert. Aber auch Faktor 3,5 oder mehr stellen die Ärzte oft in Rechnung. Der Referentenentwurf der Regierung für eine neue GOZ sieht eine Erhöhung der Punktzahl für viele Leistungen vor, der Punktwert soll bleiben. Streit gibt es in den Prognosen, wie hoch künftig die Steigerungsfaktoren werden, die die Ärzte selbst in der Hand haben.
Der BEMA hingegen schreibt fixe Preise vor. Die Honorare bewegen sich in einem Jahresbudget. Wenn eine Überschreitung des Budgets droht, werden am Jahresende die Fixpreise nachträglich gesenkt. Je mehr Behandlungen ein Zahnarzt durchführt, desto niedriger fällt sein Honorar für den einzelnen Fall aus.

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