Klaus-Harms-Schule : Gymnasium ist wieder trocken

Endlich wieder am vertrauten Ort: Mara Kleinschmidt (li.) und Marisa Kühn genießen ihre Pause in der frisch hergerichteten Cafeteria.
Foto:
1 von 2
Endlich wieder am vertrauten Ort: Mara Kleinschmidt (li.) und Marisa Kühn genießen ihre Pause in der frisch hergerichteten Cafeteria.

Nach dem Wasserschaden nimmt die Cafeteria in der Klaus-Harms-Schule ihren Betrieb auf. Die übrigen Räume werden in den Ferien fertig gestellt.

shz.de von
23. Mai 2015, 09:00 Uhr

Es ist gerade mal dreieinhalb Monate her, da herrschte in der Klaus-Harms-Schule eine Mischung aus Chaos und Entsetzen.  25000 Liter Wasser, etwa so viel wie ein Mensch während seines gesamten Lebens trinkt, hatten sich im Erdgeschoss des Südflügels des Gymnasiums und im ersten Obergeschoss ihren Weg gesucht. Ein Heizregister in der Decke zwischen den beiden Etagen war leckgeschlagen. Der Schaden war immens, die Rede ist von einer halben Million Euro. Noch immer nicht sind alle Räume wieder zu nutzen. In die Cafeteria allerdings ist in dieser Woche das Leben zurückgekehrt – zur großen Erleichterung der gut 800 Schüler.

Als es gegen 12 Uhr klingelt, dauert es nur ein paar kurze Augenblicke, ehe der Lärmpegel in der Cafeteria steigt. Bis vor Kurzem waren dafür Bauarbeiter verantwortlich, jetzt sind es wieder die Schüler. Lange mussten sie auf die vertraute Umgebung verzichten, stattdessen auf eine provisorische Lösung in einem anderen Gebäudetrakt ausweichen. „Es hat total lange gedauert, ehe man dort war“, sagt die 17-jährige Mara Kleinschmidt im Rückblick. Jetzt steht sie gemeinsam mit ihrer Schulkameradin Marisa Kühn an der Theke und weiß die Bequemlichkeit der sanierten Cafeteria zu schätzen. Auch Marisa  sagt über das Provisorium: „Man wollte den langen Weg oft nicht auf sich nehmen.“ Um die Schüler nicht noch länger als nötig zu strapazieren, hatten sich Stadt, Handwerker und Versicherung darauf geeinigt, die Sanierung der Cafeteria vorzuziehen. Auch weil der Förderverein der Schule die Mitarbeiter währenddessen weiter bezahlen musste, aber keine Einnahmen generieren konnte. Jetzt liegt dort neuer Linoleum-Boden, Wände und Decken sind frisch gestrichen. Und  die 17-jährige Marisa kann ihre Pasta wieder  in der gewohnten Umgebung  einnehmen.

Nebenan in der Lernmittelbücherei liegt ebenfalls schon neuer Boden, die Regale sind wieder aufgestellt, demnächst können Bücher einsortiert werden. Die Wände im unteren Flur wurden komplett erneuert, die alten in Leichtbauweise hatten Wasser gesaugt. Bauamtsleiter Erich Reuter erklärte dazu: „Wir haben die Wände in gleicher Qualität ersetzt.“ Derzeit huschen noch die Maler durch das  Erdgeschoss, sie arbeiten sich nach und nach durch die insgesamt zehn vom Wasserschaden betroffenen Räume. Der Multimedia-Raum steht noch ohne Bodenbelag da, er erhält wieder Parkett, die Klassenräume werden mit Teppich ausgestattet. Reuter sagt: „Wir sind die Sanierung maßvoll angegangen.“ Und offenbar vorausschauend: Auf Wunsch der Schule konnte die missliche Lage für eine Optimierung genutzt werden. An mehreren Stellen ist aus zwei kleinen Räumen ein großer Raum entstanden, um so den größeren Klassen Rechnung zu tragen.

Für den Versicherungsträger Provinzial und den Hauptsanierer Belfor aus Kiel hat die Verwaltung derweil nur Lob übrig. Bürgermeister Heiko Traulsen sagt: „Die Gesamtabwicklung war sehr professionell und sehr entgegenkommend.“ Das hat sich unter anderem daran gezeigt, dass ein nachträglich festgestellter Schaden an einem Lüftungsumformer den städtischen Anteil um weitere 35.000 Euro nach oben geschraubt hätte. Tatsächlich konnten Stadt und Versicherung vereinbaren, dass es ungeachtet dessen bei den vorher vereinbarten 105.000 Euro, die die Stadt zu tragen hat, bleibt. Ohnehin ist es Traulsen gelungen, beim Innenministerium 140.000 Euro an Sonderbedarfsmitteln für den Schadensfall im Gymnasium einzuwerben – was der Schule gleich doppelt zugute kommt. Reuter erklärt: „Es sind ja auch ohne den Schaden Reparaturen fällig. Und die können wir jetzt nur problemlos erledigen, weil die Sonderbedarfsmittel da sind.“

Um einen Schaden dieser Größenordnung künftig auszuschließen, ist zudem ein Mechanismus eingebaut worden, der im Falle eines geplatzten Heizregisters die Wasserzufuhr unterbindet und so die Dimension der Folgen begrenzt. Für die Provinzial ist die gesamte Schadenssumme von rund 500.000 Euro indes keine Ausnahme. Bezirkskommissar Jörg Radix erinnert an ähnliche Fälle vor 20 Jahren, als im Rathaus nach einem Schwelbrand ein 400.000-Mark-Schaden entstand oder in Weidefeld ein Schaden in Millionen-Mark-Höhe. „Das ist nicht selten“, sagt Radix. „Aber hier sind wir auf einem guten Weg.“

Mitte August sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. Mit Beginn des neuen Schuljahres können alle Schüler dann wieder ihre alten, frisch sanierten Räume beziehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen