GSC: Pokalsieg als Saison-Krönung

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22. Mai 2015, 22:00 Uhr

Der Pokalwettbewerb hatte für die Fußballer des Gettorfer SC in dieser Saison fast schon Feiertagscharakter. Gute Laune, Jubel, Siege und 19 Tore in vier Partien. Darunter auch der prestigeträchtige Erfolg gegen den Eckernförder SV (2:1) im Halbfinale. Keine Frage, die Gettorfer haben in der Liga und eben im Kreispokal eine bisher gute Saison hinter sich, die nun ihre Krönung mit dem Endspielsieg gegen den TuS Rotenhof erleben soll. Anpfiff des Finals, unter der Leitung von Schiedsrichter Andy Sakowski (Brekendorfer TSV), ist heute um 15 Uhr am Gettorfer Ringweg.

Bei den Gästen lautet das Motto: „Time to say goodbye“. Trainer Thomas Gosch wird nach dieser Spielzeit durch Stephan Waskönig ersetzt. Auch mehrere Spieler werden Rotenhof verlassen. Zudem muss der Klub nach nur einem Jahr in der Verbandsliga sich auch aus dieser Klasse wieder verabschieden und in die Kreisliga zurückkehren. Mit einem Pokalerfolg könnte zumindest eine verpatzte Saison noch in ein etwas besseres Licht gerückt werden. Das erwartet auch GSC-Trainer Tim Rogge: „Natürlich wird uns da ein Gegner gegenüberstehen, der alles versuchen wird, um eine eigentlich vermurkste Saison zumindest mit dem Pokalsieg aufzubessern.“ In der Liga haben die Gettorfer auch warnende Erfahrungen mit den Rotenhöfern gemacht. Das Hinspiel ging mit 0:2 sogar recht glatt verloren, im Rückspiel auf eigenem Platz – vor gerade einmal zwei Wochen – setzte sich die Rogge-Elf mit 3:1 durch. „Aber wir hätten auch in Rückstand geraten können und haben am Ende nur durch zwei Einzelaktionen gewonnen“, mahnt Gettorfs Coach.

Taktisch erwarten die Rot-Weißen einen sehr defensiven Gegner, der über schnelle Konter sein Glück versuchen wird. Vornehmlich wohl über den schnellen Tobias Skoruppa. „Er ist die Waffe im Rotenhöfer Spiel“, weiß Rogge, der eigentlich am liebsten mit seinem Team ebenfalls die passive Rolle auf dem Feld annimmt und kontert. Insofern könnte es ein Finale werden, welches die Zuschauer nicht unbedingt fußballerische Leckerbissen bieten wird. „Aber das ist in Endspielen ja meistens so“, weiß Rogge und verweist auch auf den Profibereich, wo es meist ähnlich taktisch geprägt hergeht. „Es will eben niemand einen Fehler machen, das ist ja völlig verständlich.“

In solchen Spielen schlägt dann die Stunde der besonderen Spieler. Eben jene, die eine ausgeglichene Partie durch eine Einzel-Aktion entscheiden können. Und genau so einen Spieler haben die Gettorfer in ihren Reihen. „Dass Yannick Wolf ein solcher Spieler ist, ist kein Geheimnis“, sagt Rogge. Im Hinspiel in Rotenhof stellte der TuS einen Sonderbewacher auf den spielstarken Offensivspieler der Gettorfer ab. Im Rückspiel verzichtete TuS-Trainer Gosch darauf. „Ich bin ehrlich gespannt, wie Rotenhof diesmal auf Yannick reagiert“, sagt Rogge, der hinzufügt: „Eigentlich ist es Yannick egal, ob er in Manndeckung genommen wird oder eben nicht. Er kennt beides und kann damit umgehen.“

Die personelle Situation bei den Hausherren ist insgesamt gut. Sehr ärgerlich ist jedoch, dass Boy Bröckler sich bei seinem Joker-Einsatz in der Liga gegen Heikendorf erneut eine Zerrung zuzog und ebenso wie Lars Empen ausfällt. Alle anderen Spieler sind fit und einsatzbereit, sodass Rogge, der nicht zu den Anhängern größerer Rotation in der Startelf zählt, fast auf seine erste Elf setzen kann.

Dass seine Schützlinge die Generalprobe in Heikendorf verpatzt haben – was ja im Volksmund als gutes Zeichen gilt – gefällt dem GSC-Coach nicht so sehr: „Ich hätte es lieber gesehen, dass wir mit breiter Brust und dem Selbstvertrauen eines Sieges ins Endspiel gehen.“ Doch auch in der Niederlage findet Rogge zumindest einen positiven Ansatz: „Wir haben gesehen, was passiert, wenn man nicht mit vollem Einsatz ins Spiel geht. Darauf habe ich die Mannschaft natürlich hingewiesen.“ Rogge ist sich aber sicher, dass seine Spieler – genauso wie die aus Rotenhof – in einem Endspiel Vollgas geben werden. Ob es schön anzusehen ist, ist Rogge dabei ziemlich egal: „Wichtig ist doch nur, dass wir am Ende jubeln dürfen. Da würde mir auch schon ein 1:0 reichen!“

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