Guttenberg-Affäre : Gröhe fordert Union zur Rückkehr zur Sachpolitik auf

Nach den Turbulenzen in der Union hat CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe seine Partei und die CSU zur zügigen Rückkehr zur Sachpolitik aufgefordert.

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06. März 2011, 05:26 Uhr

"Ich rate uns allen jetzt, gemeinsam nach vorne zu schauen, die Aufgaben, die vor uns liegen, anzupacken", sagte Gröhe am Sonntag im Deutschlandfunk.
Im Zuge des Rücktritts von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen der Plagiatsaffäre, hatte die CSU ihrer Schwesterpartei CDU mangelnde Solidarität vorgeworfen. CSU-Chef Horst Seehofer hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bildungsministerin Annette Schavan wegen kritischer Äußerungen vor, sie seien dem früheren Verteidigungsminister in den Rücken gefallen.
Er verlangte ein Vier-Augen-Gespräch mit CDU-Chefin Angela Merkel.Gröhe wies den Vorwurf mangelnder Solidarität mit Guttenberg im Deutschlandfunk zurück. "Die Unionsparteien haben sich insgesamt sehr solidarisch in diesen schwierigen Tagen verhalten. Aber natürlich spiegeln auch Äußerungen aus unseren Reihen die Gefühle und Diskussionen dieser Tage wider. Alles andere wäre unnormal." Das finde er "bei mancher Wortwahl, über die ich mich auch geärgert habe, nicht das Problem".
Gröhe sieht Guttenbergs politische Karriere nach dessen Rücktritt von allen Ämtern nicht am Ende und kann sich ein Comeback des CSU-Politikers vorstellen. "Für ein so großes Talent bleiben die Türen offen. Aber wann er diese offene Tür nutzt, entscheidet er allein."
(dpa, shz)

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