"Sommer" 2011 : Gewinner

Campusbad - ein  Gewinner.
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Campusbad - ein Gewinner.

Das sind die Gewinner des nassen Sommers 2011 in Flensburg.

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19. September 2011, 10:54 Uhr

"Flensburg ist der große Gewinner", strahlt Finn Jensen, Chef der Flensburg Fjord Tourismus GmbH. Warum? Weil die Fördestadt im ersten Halbjahr bereits ein Plus an Übernachtungen von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen hatte. Im Juli und August dürfte die erfreuliche Entwicklung ihre Fortsetzung gefunden haben. "Und davon haben wiederum Einzelhandel und Gastronomie profitiert", weiß Jensen, der gespannt ist, ob sich dieser positive Trend nachhaltig auswirken wird. Während Open-Air-Veranstaltungen und die Strandsaison ins Wasser gefallen sind, habe es Ausweichmanöver in die City gegeben.

Davon weiß auch Ulf Hansen als Vorsitzender der IG Innenstadt zu berichten. "Ein schlechter Sommer treibt die Menschen in die Stadt. Das ist gut für das Zentrum, gut für die Läden, gut für den Umsatz." Der Einzelhandel, resümiert er, darf zufrieden sein, "auch wenn er keine großen Sprünge gemacht hat".

"Sehr zufrieden mit dem Sommer" zeigt sich auch Karstadt-Filialleiter Andy Grabowski. Die Urlauber bräuchten ein "Ersatzprogramm, wenn sie nicht am Strand liegen können" - und da passe der Einzelhandel in der Stadt ganz gut ins Bild. Trotz des schlechten Wetters hätte sich selbst Badekleidung gut verkauft, auf "Gummistiefel und Regenschirme gab es einen Riesen-Hype".

Nässe von unten zogen die Besucher des Campusbades der Nässe von oben eindeutig vor. Insofern "war es für uns richtig schönes Wetter", sagt schmunzelnd Betreiber Wolfgang Tober. Er durfte sich über Zuwächse freuen. "In erheblichem Maße sogar im Juli und August", wie er bestätigte. Familien und Urlauber seien in diesem Zeitraum rege ins Freizeitbad geströmt - im Saunabereich gab es hingegen kaum Veränderungen gegenüber der ersten Saison 2010.

Ebenfalls als "Gewinner dieses verregneten Sommers" zeigten sich die Veranstalter des neunten Orgelfestivals Sønderjylland-Schleswig. Bei rund 160 Orgelkonzerten, -führungen und Kinderveranstaltungen, die grenzübergreifend stattfanden, kamen etwa 17 500 Besucher. "Die Orgel führt ein Nischendasein, aber eines mit ganz besonderer Authentizität", waren die Eröffnungsworte von Oberbürgermeister Simon Faber.

Ein klarer Gewinner des Sommers ist die UCI Kinowelt, die etwa zehn Prozent mehr Besucher in den letzten Monaten gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnte. "Ein mieser Sommer ist gut für uns", äußerte sich Christian Elbrechter , "aber man muss auch bedenken, dass es dieses Jahr kein Fußballgroßereignis gab".

Ebenfalls zu den Gewinnern gehört die Phänomenta am Nordertor. Mit 23 073 Besuchern in den Monaten Juli und August wurde ein deutliches Plus von 1400 im Vergleich zum vergangenen Jahr erreicht. Außerdem besuchten an einem Tag im August die Rekordzahl von 1173 Menschen das Science-Center, so Geschäftsführer Achim Englert.

Obwohl auf dem Museumsberg nur eines der beiden Häuser geöffnet war, profitierte das Museum von dem schlechten Wetter. Es kamen weit mehr Besucher als im letzten Jahr, erklärte Museumsdirektor Michael Fuhr. Gerade die Sonderausstelung Sputnik wurde "sehr gut" angenommen. Mit einen Grund für den Erfolg sieht der Museumschef in der Anzeigenkampagne: "Bei Regen ins Museum."

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