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MEK-Einsatz Lutheran : Gesuchter Straftäter hat sich gestellt

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Aus der Onlineredaktion

Er wurde gejagt und sollte in Lutheran geschnappt werden. Dort traf es den Falschen. Jetzt sitzt der eigentlich Gesuchte in Haft.

Hamburg | Knapp fünf Wochen nach dem umstrittenen MEK-Einsatz in Lutheran in Mecklenburg-Vorpommern hat sich der gesuchte Straftäter gestellt. Nach Angaben der Hamburger Justizbehörde vom Donnerstag hat der 37-Jährige am Vortag in der JVA-Billwerder seine Haftstrafe angetreten. Die Staatsanwaltschaft teilte auf Anfrage mit, der Mann müsse eine zweieinhalbjährige Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung absitzen. Er sei im Juli 2013 verurteilt worden, da er einen Mann ins Koma geprügelt habe.

Es war eine Verwechslung mit schwerwiegenden Folgen. Als Polizeibeamte ein Fahrzeug in Lutheran stoppen, vermuten sie darin den gesuchten Straftäter. Es wird geschossen - dem 27-jährigen Autofahrer in den Kopf. Er verlor dadurch sein Auge und lag tagelang im Koma.

Am 12. Februar hatte ein Mobiles Einsatzkommando der Hamburger Polizei in Lutheran bei Parchim vergeblich versucht, den gesuchten Mann zu verhaften. Eigentlich hätte der 37-Jährige die Strafe bereits Ende Januar antreten müssen, war aber nicht erschienen. Möglicherweise aufgrund einer Verwechslung stoppten Polizeibeamte ein Auto in Lutheran. Dabei wurde geschossen.

Unterdessen sind die angekündigten Schadenersatzklagen des verletzten jungen Mannes und seines Beifahrers immer noch nicht eingereicht worden. Er habe noch keine Akteneinsicht erhalten, sagte der Anwalt Benjamin Richert. Die Klagen würden sich gegen eines der Bundesländer richten. Ohne die Akten könne er aber nicht beurteilen, ob Hamburg oder Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich sei. Entscheidend sei, wer den Einsatz angeordnet oder genehmigt habe.

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erstellt am 17.Mär.2016 | 15:48 Uhr

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