Gemeinde Bosau fühlt sich zu wenig beachtet

CDU, SPD und Grüne beklagen Ausklammerung der Gemeinde Bosau

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17. Dezember 2011, 08:25 Uhr

Bosau | Wird gerade die Zukunft der Gemeinde Bosau vom Amt Großer Plöner See und der Stadt Plön verhandelt? Erste kritische Stimmen wurden am Donnerstag während der Sitzung der Gemeindevertretung in Bosau laut. Vertreter der Gemeinde möchten auch bei den Gesprächen um die Zukunft des Amtes und der Stadt dabei sein.

Am Mittwoch waren Bo-saus Bürgermeister Mario Schmidt als Geschäftsführender Bürgermeister des Amtes Großer Plöner See, Amtsvorsteher Martin Leonhardt sowie Bürgermeister Jens Paustian und Bürgervorsteher Hans-Jürgen Kreuzburg gemeinsam mit der Plöner Landrätin Stephanie

Ladwig im Innenministerium (der OHA berichtete). Es ging dabei um die Zukunft des Amtes und der Stadt. Das Amt wird derzeit von der Gemeinde Bosau verwaltet.

Übereinstimmend forderten Manfred Wollschläger (CDU), Birgit Steingräber-Klinke (SPD) und Max Plieske (Grüne) Bürgermeister Mario Schmidt auf, das Begehren der Gemeinde Bosau bis in den Kreis Plön und das Innenministerium nach Kiel zu tragen. Bosau habe dort ein Wörtchen mitzureden. Das könne nicht nur durch die Sitze im Amtsausschuss kompensiert werden.

Eine große Gemeinschaft sorgt schließlich auch für Einsparungen in den kommunalen Haushalten. Bosaus viele Jahre hochgehaltene Schuldenfreiheit ist vorbei: 390 000 Euro müssen an Schulden abbezahlt werden, rund 318 000 Euro fehlen noch zum Ausgleich des Haushaltes für 2012. In Bosau wird nach Sparmöglichkeiten gesucht. Birgit Steingräber-Klinke (SPD) umriss verschiedene Möglichkeiten. Der von der Harms-Schule gewünschte Haushaltsansatz für den Umbau der Bushaltestelle könnte um 40 000 auf 25000 Euro gesenkt und der Bau als Modul auf Jahre verteilt werden.

Für die SPD machte Steingräber-Klinke weitere Vorschläge: Man könnte den gemeindlichen Zuschuss für die Schülerbeförderung der Regionalschüler nur noch im Winter zahlen, bei den freiwilligen Leistungen sparen, über die Höhe der Elternbeiträge an der Offenen Ganztagsschule oder eine Erhöhung der Kurabgabe ab 2013 nachdenken. Auch die Kirche sollte sich über die Höhe ihres Zuschusses von nur 6000 Euro für die Kindergärten Gedanken machen. Die Gemeinde Bosau zahle dafür 380 000 Euro. Und Manfred Wollschläger fügte hinzu: "Auch die Höhe der Gewerbesteuer steht in Bosau auf dem Prüfstand."

Wie Bürgermeister Mario Schmidt sagte, seien gemeindeeigene Häuser wie die Alte Schule in Hutzfeld und in Klenzau verkauft worden. Im kommenden Jahr würde die Gemeinde zwei Grundstücke verkaufen und dafür den Wanderweg kaufen. Die Bosauer wissen um die Schulden ihrer Gemeinde. Eberhard Rauch (CDU) freute sich über das Entgegenkommen der Familie Wroblewski in Bosau. Sie stelle ein Teil ihres Grundstückes für den Bau eines Buswartehäuschens in Eigenleistung zur Verfügung. Das Material kostet rund 1500 Euro.

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