zur Navigation springen
Neue Artikel

21. Oktober 2017 | 15:10 Uhr

Kommentar : Geisterdebatte

vom

Wenn auch nur ein Falschfahrer rechtzeitig gestoppt wird, dann ist jeder Schilderwald gerechtfertigt. Ein Kommentar von Dieter Schulz.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 04:43 Uhr

Statistisch wurde im vergangenen Jahr an jedem dritten Tag vor einem Geisterfahrer auf den Autobahnen Schleswig-Holsteins gewarnt. Zum Glück kommt es nur selten zu schweren Unfällen wie gerade in Baden-Württemberg, wo ein 82-Jähriger die richtige Auffahrt verpasste und zwei Menschen in den Autotrümmern starben. Trotzdem hat der ADAC Recht, wenn er auch ohne endgültige Auswertung der bayerischen Erfahrungen mit Warnschildern zusätzliche Hinweise an den Autobahnauffahrten im Norden fordert.
Wenn auch nur ein Falschfahrer dadurch rechtzeitig gestoppt wird, ein Menschenleben gerettet oder vor Verstümmelung bewahrt wird, dann ist jeder Schilderwald an Autobahnauffahrten gerechtfertigt. Doch die Mühlen der Behörden zwischen den Meeren mahlen langsam: Prüfen, warten auf Erfahrungen anderer, Kosten abwägen - die Statements aus den Amtsstuben ließen sich in dieser Form weiterführen. Dazu kommt: In den Ämtern lässt man sich von den Zahlen der Polizei leiten, die deutlich weniger Fälle von Falschfahrern registriert. Kein Wunder, die Beamten zählen ja nur "festgestellte" Geisterfahrten, also wenn es einen Unfall gab oder der Geisterfahrer noch auf der Autobahn unterwegs war, als die Beamten kamen.
Sicher kosten die Schilder etwas Geld, sicher bieten auch sie keinen absoluten Schutz - aber ist es das Leben von Menschen nicht wert, alles für dessen Bewahrung zu tun? Für den Schutz von Wölfen ist jedenfalls genügend Geld in der Landeskasse.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen