Geburtsstunde für das „Team NorBü“

Aus Gegnern werden Partner: Bei den C-Junioren gehören direkte Duelle zwischen Nortorfs Fynn Jürgensen (l.) und Büdelsdorfs Oliver Kapess der Vergangenheit an..
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Aus Gegnern werden Partner: Bei den C-Junioren gehören direkte Duelle zwischen Nortorfs Fynn Jürgensen (l.) und Büdelsdorfs Oliver Kapess der Vergangenheit an..

Fußball: Der TuS Nortorf und der Büdelsdorfer TSV bilden in der neuen Saison bei den A- und C-Junioren eine Spielgemeinschaft

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03. Juli 2015, 17:03 Uhr

Es ist die klassische „Win-win-Situation“. In der kommenden Saison werden die A-Jugend- und C-Jugend-Fußballer des TuS Nortorf und des Büdelsdorfer TSV jeweils als Spielgemeinschaft in der Schleswig-Holstein-Liga an den Start gehen – als „Team NorBü“. Es ist eine Zusammenarbeit, die für beide Seiten von Vorteil ist.

Nach den turbulenten Tagen beim Büdelsdorfer TSV mit dem Verzicht der angekündigten Meldung für die A-Jugend-Regionalliga und dem anschließenden Rücktritt des gerade erst verpflichteten Trainers Lothar Götz, scheint sich für den BTSV nun alles zum Guten zu wenden. „Ich habe von den Problemen in Büdelsdorf gehört und zum Hörer gegriffen“, sagt Nortorfs Jugend-Obmann Detlef Kortum. Dort sei man zwar überrascht gewesen über die Kontaktaufnahme, habe sich aber sehr offen für Gespräche gezeigt. Und diese verliefen ergebnisorientiert und vor allem schnell. Seit Mitte der vergangenen Woche ist die Vereinbarung perfekt. Das Gros des A-Junioren-Teams wird vom TuS Nortorf gestellt. Elf Spieler kommen aus der Nortorfer B-Jugend, die zuletzt Platz 5 in der Verbandsliga belegte. Aus Reihen des BTSV werden vermutlich fünf bis sechs Spieler den Weg nach Nortorf mitgehen. „Da müssen wir mal abwarten, wie sich das entwickelt. Der eine oder andere von einem anderen Vereine kommt vielleicht noch dazu“, so Kortum. Somit ist gesichert, dass der Büdelsdorfer TSV nicht vollends aus den Jugend-SH-Ligen verschwindet. Nach dem Abstieg der B- und C-Junioren stand zuletzt zu befürchten, dass die A-Jugend keine Mannschaft zusammenbekommt. Diese Gefahr ist nun gebannt. Trainiert wird dieses Team von Heiko Schäfer, der einst selbst in Nortorf aktiv war. Beim TuS ist die Freude groß. „Unsere B-Jugend-Spieler wollten höherklassig spielen. Es ist toll, dass wir ihnen das jetzt bieten können und sie den Verein nicht verlassen“, erklärt Kortum.

Der Jugend-Obmann beschreibt die Gespräche als sehr gut, auch wenn seine Erfahrungen mit der Zusammenarbeit zweier Vereine nicht unbedingt die besten sind. „Wir wissen um die Schwierigkeiten von Spielgemeinschaften, aber in diesem Fall ist von beiden Seiten eine große Bereitschaft vorhanden, diese SG mit Leben zu füllen“, sagt er.

Die sportliche Verantwortung für die C-Junioren tragen zukünftig Carsten Hildebrandt und der ehemalige BTSV-Jugend-Obmann Frank Jürgensen. Dort wird sich der Kader ungefähr zu jeweils 50 Prozent aus Spielern beider Clubs zusammensetzen. Nach dem regulären Abstieg des BTSV kann also auch der Büdelsdorfer Nachwuchs weiterhin in der SH-Liga spielen, weil der TuS Nortorf den Klassenerhalt geschafft hat. „Das ist wichtig für die Kinder und auch für den Fußball in der Region“, sagt Jürgensen. „Wir wollen die Jungs und Mädchen weiterbringen.“ Er selbst hat den Gesprächen beigewohnt und bestätigt die konstruktive Atmosphäre. Die logistischen Probleme, immerhin liegen zwischen den beiden Städten rund 30 Kilometer, seien gemeinsam mit den Eltern erläutert und geklärt worden. Denn: Das Training und die Mehrzahl der Pflichtspiele werden in Nortorf stattfinden. Die beiden Trainer werden die Spieler mitnehmen. Im Notfall seien Eltern bereit, einen Fahrdienst zu übernehmen. „Es werden aber auch Spiele in Büdelsdorf stattfinden“, ergänzt Detlef Kortum. Wenn der Gegner beispielsweise aus Flensburg komme, sei es wenig sinnvoll in Nortorf zu spielen. Ein erstes gemeinsames Training für die C-Junioren hat es bereits gegeben.

Jürgensen sei selbst etwas überrascht gewesen über das Potenzial. „Da waren einige gute Jungs und Mädchen dabei“, sagt er. Dennoch gehe es in der neuen Saison einzig und allein um den Klassenerhalt: „Es wird ein schweres Jahr.“ Und doch glaubt auch Jürgensen, dass die Zusammenarbeit für beide Seiten eine gute Sache ist. Im Übrigen wollen sowohl der TuS als auch der BTSV die Kooperation über die kommende Saison hinaus fortsetzen. Detlef Kortum dazu: „Wir haben auch darüber gesprochen. Von beiden Seiten kamen positive Signale.“

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