Für die Zukunft gut vorsorgen

Gelungene Stiftungsgründung: Christa Zeuke (Kreispräsidentin), Walter Busch(VfL), Fritz Wodarz (Ideengeber), Detlef Rädisch (VfL) und die erste Stifterin Marian Herrmann (SPD Fraktion). Foto: nie
Gelungene Stiftungsgründung: Christa Zeuke (Kreispräsidentin), Walter Busch(VfL), Fritz Wodarz (Ideengeber), Detlef Rädisch (VfL) und die erste Stifterin Marian Herrmann (SPD Fraktion). Foto: nie

Der VFL Oldesloe hat eine eigene Stiftung gegründet / Mit 5000 Euro Startkapital wurde diese feierlich ins Leben gerufen

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10. Dezember 2011, 09:28 Uhr

Bad Oldesloe | Es war ein Schock, der tief saß. "2004 mussten wir erleben, wie es sich anfühlt, wenn ein gesunder, gut aufgestellter Verein überraschend zu einem Sanierungsfall wird", schaut Detlef Rädisch, Vorsitzender des VFL Oldesloe, zurück. Mittlerweile habe man es geschafft, wieder in ruhigere finanzielle Fahrwasser zu kommen. "Wir sind kein wohlhabender, aber dank der guten Arbeit in den vergangenen Jahren jetzt wieder ein gesunder Verein", schaut er optimistisch in die Zukunft.

Doch auch, wenn die Krise überwunden zu sein scheint, sind die Zeiten für Sportvereine in der Region ganz allgemein alles andere als rosig.

Förderbeträge werden geringer, in manchen Sparten sind die Mitgliederzahlen rückläufig und Bad Oldesloe ist außerdem die Stadt mit der größten Kinderarmut im Kreis. Schon jetzt muss der Staat bei manchen Mitgliedern die Beiträge zahlen. "Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Aufgabe, auch weiterhin dem Breitensport verpflichtet zu sein und jedem die Gelegenheit zu bieten, Sport zu treiben. Dazu gehört es, die Gebühren so niedrig wie möglich zu halten", erklärt Rädisch. Doch woher soll der Verein sein Geld nehmen, wenn Fördergelder des Landes und Kommunen sinken und an den Gebühren nicht nach oben gedreht werden soll?

Vor drei Jahren kam der ehemalige Landtagsabgeordnete Fritz Wodarz, der auch im Vorstand des VfL aktiv war, zu einer Sitzung und schlug vor, dass der größte Oldesloer Sportverein eine eigene Stiftung gründen könnte. Zunächst war den Sportlern allerdings nicht so ganz klar, was er sich von so einer Aktion erhoffe. "Wir konnten für uns darin nicht sofort einen großen Gewinn erkennen. Stattdessen taten sich viele Fragen auf", berichtet Rädisch. Manche Mitglieder hätten sich Sorgen gemacht, dass man vielleicht die finanzielle Eigenständigkeit verlieren könnte oder dass das Geld, das in die Stiftung fließe, im täglichen Trainings- und Spielbetrieb fehlen könnte. Doch in vielen - auch kontrovers geführten - Diskussionen wurden Meinungen ausgetauscht und eine Menge Zweifel konnten ausgeräumt werden.

"Vor einem Jahr wurde mit einer Satzungsänderung der Weg für die Stiftung frei gemacht. Nun ist sie offiziell gegründet", sagte Rädisch bei der Zusammenkunft im VfL -Vereinsheim, an der zahlreiche Lokalpolitker, Bürgerworthalter Rainer Fehrmann, Bürgermeister Tassilo von Bary und Kreispräsidentin Christa Zeuke teilnahmen. Sie war vor allem als Vertreterin der Bürgerstiftung Stormarn gekommen. Für eine eigene Stiftung hätte der VfL mindestes 70 000 Euro Startkapital benötigt. Als Unterstiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Stormarn reichte eine erste Einlage von 5000 Euro. Außerdem fühle man sich bei den Experten der Bürgerstiftung sehr gut aufgehoben, ist sich der VfL- Vorstand sicher.

Das Geld aus dem eigenen Fonds soll dafür genutzt werden, um die Mitgliedsbeiträge niedrig zu halten, aber in der Zukunft eventuell auch dafür neue Sportstätten enstehen lassen und pflegen zu können. "Ich hoffe, dass der älteste Sportverein im Kreis nun als Vorreiter gesehen wird und andere Sportvereine dem guten Beispiel folgen und so für die Zukunft vorsorgen", begrüßte Zeuke den Schritt. "Oft wird dazu aufgerufen, für Projekte irgendwo auf der Welt zu spenden. Man weiß nie, ob das Geld wirklich ankommt. Hier kann man vor Ort sehen, wen und was man unterstüzt", so die Kreispräsidentin. Den Vorsitz des Stiftungsrates übernahm spontan und ohne große Fragen Bad Oldesloes Ehrenbürger und VfL-Ehrenvorsitzender Walter Busch (84), der sich seit vielen Jahrzehnten intensiv für den Sport vor Ort engagiert. Die erste Einzahlung in die Stiftung kam von Maria Hermann stellvertrend für die SPD-Fraktionsmitglieder.

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