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20. Oktober 2017 | 12:49 Uhr

Betrug : Fünf Dinge über die "Finanzagenten"

vom

In Anzeigen wird für dubiose Nebenjobs geworben, bei denen angeblich Geld "verwaltet" werden soll: die fünf wichtigsten Dinge über das Geschäft mit den "Finanzagenten".

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2010 | 06:43 Uhr

Immer wieder versuchen Betrüger und andere Kriminelle die Konten von anderen Bürgern für eigene Zwecke zu missbrauchen. Offeriert wird eine Tätigkeit als "Finanzagent". Gelockt wird mit dem Versprechen, auf diese Weise leicht Geld verdienen zu können. Tatsächlich werden die legalen Konten jedoch benutzt, um Gelder aus dem Drogenhandel oder aus anderen Betrügereien zu "waschen" und sie per Geldtransfer außer Landes zu schaffen. Doch welche Folgen können das "Vermieten" des eigenen Kontos und die Arbeit als Finanzagent für den kleinen Nebenverdienst haben?
1. Die Tätigkeit eines Finanzagenten selbst ist zunächst einmal nicht kriminell. Wer aber sein Konto für Überweisungen bereit stellt, diese weiterleitet und dafür eine Provision erhält, betreibt gewerbsmäßigen Kapitaltransfer. In Deutschland muss eine solche Tätigkeit durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) genehmigt werden.
2. Selbstverständlich haben die Betrüger gar kein Interesse an einem regulären Finanzagenten, denn die Gelder, die vermittelt werden sollen, stammen in der Regel auch nicht aus legalen Quellen, sondern aus dem Drogenhandel oder Betrugsfällen.
3. Ganz gleich, welche Erwartungen beim Interessenten zuvor geweckt worden sind: Geldwäsche ist strafbar. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob der Betroffene wusste, dass er als "Finanzagent" zum Geldwaschen gebraucht wird. Das Strafgesetzbuch sieht Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren für Geldwäsche vor. Auch im Falle der "leichtfertigen Geldwäsche" sind noch Geld- und Haftstrafen möglich. Bereits das reine Verwahren von Geld, das aus dunklen Kanälen stammt, ist strafbar.
4. Seitens der Polizei wird nicht nur vor solchen Geschäften gewarnt, sondern auch betont, dass Banken bereits beim Verdacht auffälliger Transaktionen dazu verpflichtet sind, diese der Polizei zu melden. Die Wahrscheinlichkeit entdeckt zu werden, ist daher hoch.
5. Die Drahtzieher im Ausland zu erwischen, ist meist so gut wie unmöglich. Der letzte Schritt der Geldwäsche erfolgt in der Regel über professionelle Geldtransfer-Dienste wie "Western Union". "Es ist kein anonymes Verfahren", wird seitens der Gesellschaft zwar betont. Allerdings arbeiten die Geldwäscher mit gefälschten Ausweisen und gestohlenen Identitäten, um sich das in Deutschland bar eingezahlte Geld im Ausland abholen zu können. Zudem kommen dort oft abermals Mittelsmänner zum Einsatz.
Wer mit unseriösen Angeboten, als Finanzagent zu arbeiten, konfrontiert wird, sollte nicht weiter auf diese eingehen und sie stattdessen der Polizei melden.

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