Mare-Klinikum Kronshagen : Frau vor Klinik bei Kiel in Brand gesteckt

<p>Der Tatort: Der Bereich um das Mare Klinikum am Eichkoppelweg/Eckernförder Straße ist zur Spurensicherung abgesperrt.</p>
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Der Tatort: Der Bereich um das Mare Klinikum am Eichkoppelweg/Eckernförder Straße ist zur Spurensicherung abgesperrt.

Eine brennende Frau läuft über eine Straße, Passanten kommen ihr zu Hilfe. Kurz darauf wird ein Mann festgenommen.

shz.de von
07. Dezember 2016, 12:13 Uhr

Eine Frau ist am Mittwoch auf einem Gehweg vor einer Klinik in Kronshagen bei Kiel angezündet worden. Das Opfer habe am ganzen Körper gebrannt und schwebe in Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher. „Man konnte nicht mehr erkennen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt.“

Nachdem der Täter sein Opfer mit einer zunächst unbekannten Flüssigkeit übergossen und in Brand gesetzt hatte, lief die Frau davon. Sie überquerte noch die Straße vor der Klinik. Dann kamen ihr nach ersten Erkenntnissen der Polizei Passanten zu Hilfe und löschten das Feuer.

<p>Nach ersten Erkenntnissen ist vor der Mare Klinik am Mittwochmorgen eine Frau angezündet worden. Bei dem silbernen Auto soll es sich um den Wagen des Opfers handeln.</p>
dpa

Nach ersten Erkenntnissen ist vor der Mare Klinik am Mittwochmorgen eine Frau angezündet worden. Bei dem silbernen Auto soll es sich um den Wagen des Opfers handeln.

<p>Eine Kriminalbeamtin untersucht den Tatort.</p>
dpa

Eine Kriminalbeamtin untersucht den Tatort.

 

Die Schwerverletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Kurze Zeit später wurde in Tatortnähe ein 41 Jahre alter Mann festgenommen. „Die Hintergründe und das Motiv sind noch unklar“, sagte der Polizeisprecher. Unklar war zunächst auch, ob zwischen Opfer und Tatverdächtigem eine Beziehung besteht. Die Kieler Mordkommission übernahm die Ermittlungen.

Der Tatverdächtige befindet sich in Gewahrsam. Der Polizeisprecher sprach von einer „Großlage“. „Wir stellen uns auf umfangreiche Ermittlungen ein“, sagte er. Es gebe zwischen 10 und 20 Zeugen des Geschehens. Das Areal wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Die Ermittler sichteten Beweisstücke wie ein Haarband und eine Mütze, die auf dem Gehweg lagen.

Ein Passantin beobachtete das schreckliche Geschehen am Morgen aus der Nähe. Sie habe einen Mann und eine Frau und auch Flammen gesehen. „Da war mir klar, da zündet jemand die Frau an“, beschrieb Angela Hauschild das Geschehen. Dann sei sie in das Klinikum gerannt und habe die Polizei sowie den Notarzt alarmiert. „Die Frau hat lichterloh gebrannt.“ Passanten hätten zunächst versucht, die Flammen mit Decken zu ersticken. Schließlich sei ein Mann mit Feuerlöscher herbeigestürmt. „Das war eine gefühlte Ewigkeit bis die Flammen aus waren.“ Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. „Das werde ich meinen Lebtag nicht vergessen“, sagte die Augenzeugin. „Sie hat so geschrien.“ Als die Frau schließlich von den Einsatzkräften in den Rettungswagen geschoben wurde, habe das Opfer gerufen: „Meine Kinder, meine Kinder, was wird mit meinen Kindern?“

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