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Evakuierung in Bad Oldesloe : Fliegerbombe: Drei Personen stören Entschärfung

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Die Fliegerbombe in Bad Oldesloe ist entschärft. Der Sprengmeister spricht über den Einsatz, der Bürgermeister über die Kosten - im Video auf shz.de.

Bad Oldesloe | Der Kampfmittelräumdienst hat in Bad Oldesloe im Kreis Stormarn erfolgreich entschärft. Um Punkt 14 Uhr wurde die rote Leuchtrakete in die Luft geschossen - 50 Minuten später der Einsatz unterbrochen. Plötzlich tauchten drei unbefugte Personen an der Entschärfungsstelle auf. Die Polizei brauchte die Spaziergänger - drei Männer aus Bad Oldesloe im Alter von 59, 53 und 51 Jahren - aus dem evakuierten Gebiet, das innerhalb von 500 Metern rund um den Fundort der Bombe eingerichtet wurde. Die Männer hatten von der Evakuierung nichts mitbekommen. Um 15.26 Uhr war der Einsatz vorbei. „Wir haben wieder Glück gehabt, und die Bombe hatte schlechte Karten“, sagte Sprengmeister Georg Ocklenburg.

 

Die Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg lag in der Straße Am Glindhorst/ Ecke Masurenweg in einer Tiefe von etwa 3,5 Metern. Die 10-Zentner-Bombe enthält etwa 500 Kilogramm Sprengstoff. Die Entschärfung kostet rund 20.000 Euro. Die Stadt Bad Oldesloe muss die Kosten selbst tragen, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary im Interview.

Die Evakuierungen wurden nach der Entschärfung wieder aufgehoben. Auch der Zugverkehr zwischen Reinfeld und Bargteheide läuft wieder an.

Rund 2000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Evakuierung lief entspannt, sagt Tom Reher, Pressesprecher für den Rettungsdienstverbands. Im Video erklärt er die Lage vor Ort.

 

Die Deutsche Bahn und die Nordbahn hatten für rund zwei Stunden den Zugverkehr auf den Strecken Hamburg-Lübeck und Bad Oldesloe-Bad Segeberg eingestellt. Geschäfte und Tankstellen im Gefahrenbereich mussten schließen. Mitarbeiter des Tierheims hatten bereits am Morgen rund 70 Hunde, Katzen und Kleintiere aus dem Heim in Sicherheit gebracht. Insgesamt seien mehr als 150 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten im Einsatz gewesen, sagte die Polizeisprecherin.

Der Blindgänger war am Montag bei Bauarbeiten in rund 3,50 Meter Tiefe gefunden worden. Es war die zweite Bombenräumung in Bad Oldesloe innerhalb von zwei Monaten. Erst am 19. Juni hatte der Kampfmittelräumdienst eine Fünf-Zentner-Bombe in der Nähe des Bahnhofs unschädlich gemacht.Beide Blindgänger waren vermutlich Überbleibsel eines Luftangriffs wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach historischen Aufzeichnungen hatten 300 Kampfflugzeuge der Alliierten am 24. April 1945 binnen 20 Minuten fast 1300 Bomben rund um den Bahnhof abgeworfen. Bad Oldesloe war damals ein wichtiger Eisenbahnknoten in Schleswig-Holstein.

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erstellt am 21.Aug.2014 | 14:13 Uhr

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