Fehlschlag und Fehlermeldung

wiedenroth
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17. Dezember 2011, 07:45 Uhr

Zuordnungsschwäche Aus Fehlern lernen - das hört sich gut an, und das hat in der Pädagogik schon eine eigene Qualität bekommen. Es kann aber auch nur eine Ausrede für Versagen sein. Als in Reinfeld der Rucksack eines Schülers gefunden wurde, der sich als ungefährlich herausstellte, für den aber trotzdem der komplette Zugverkehr lahm gelegt worden war, erfuhr die zuständige Rettungsleitstelle Bad Oldesloe erstmals nichts davon. Nur durch Zufall, weil eine Rettungswagen-Besatzung und der Reinfelder Wehrführer am Bahnhof vorbeikamen und sich über die Absperrungen wunderten, erfuhr die Leitstelle davon. Grund: Die für solche Dinge zuständige Bundespolizei hatte Oldesloe nicht auf dem Schirm und in Lübeck angerufen. Nicht die Rettungs-, sondern die Polizeileitstelle. Dort hätte man sich wundern können, tat es im Vertrauen auf die Kieler Kollegen aber nicht. Man habe aus dem Fehler gelernt und wisse jetzt, dass Bad Oldesloe zuständig sei, heißt es aus Kiel. Bitte? Wie soll man einen Einsatz koordinieren, wenn man nicht weiß, wer wo für was zuständig ist? So viele Kreise und Leitstellen gibt es ja nicht im Land, dass sich die nicht in einer Liste zusammenfassen ließen. Dass es grundsätzlich etwas Positives ist, aus Fehlern zu lernen, hatte schon Otto von Bismarck verspottet: "Nur ein Idiot glaubt, aus eigenen Erfahrungen zu lernen. Ich ziehe es vor, aus den Erfahrungen anderer zu lernen, um eigene Fehler zu vermeiden."

Windstärke Die Axt im Haus ersetzt den Zimmermann - oder allein gegen alle: Denn WfB-Fraktions-Frontmann Norbert Muras stimmte in der letzten Stadtvertretersitzung 2011 als einziger gegen den Antrag, eine 15- Hektar-Fläche am Klärwerk vom Land auf Windenergie-Anlagen-Eignung prüfen zu lassen und stieß gar in den eigenen Reihen auf Gegenwind. Frei nach dem Motto "Währet den Anfängen" sah er wohl schon sich drehende Stahlriesen auf dem Areal. Aber die seien ihm mit möglichen 170 Metern einfach zu hoch. "Die passen da nicht hin." Kleinere Windkrafträder wären ihm lieber. Anderen sicherlich auch. Aber wie, bitteschön, soll das vollmundig angekündigte Klimaschutzkonzept für Bargteheide umgesetzt werden? Die perfekte erneuerbare Energiequelle gibt’s nicht. Irgendwo steckt immer der Teufel im Detail. Für ein prima Klima muss man Kompromisse eingehen. Das tut das Stadtparlament mit dem Beschluss, den Muras am liebsten in den Wind geschlagen hätte. Wie der "Rebell" allen dennoch ein Schnippchen schlagen könnte, zeigt unser Karikaturist. Wie eingangs erwähnt: Die Axt im Haus ...

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