Straßenbau : Es kostet Zeit und Geld

Beim Straßenbau wird die Geduld der Autofahrer auf die Probe gestellt. Doch an Baustellen im Sommer führt kein Weg vorbei. Ein Kommentar von Kay Müller.

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09. Juli 2013, 11:37 Uhr

Es ist schwer zu ertragen, was sich da auf den Straßen in Schleswig-Holstein abspielt. Die Staus häufen sich - und dann kommt noch ein Stück Slapstick dazu: Erst wird eine Großbaustelle eingerichtet, die Arbeiten starten, stoppen dann wieder, dann wird die Baustelle zurückgebaut, nur um ein Jahr später an der selben Stelle erneut zu beginnen. Das klingt wie ein Stück aus dem Tollhaus, passiert aber genau so auf der A1. Weil die dort bauende Firma insolvent ging, muss nun die ganze Baumaßnahme neu ausgeschrieben werden. Es ist schlicht grauenvoll, dass es für so einen Fall keine einfache Verwaltungslösung gibt - etwa dass der in der ersten Ausschreibung unterlegene Bieter den Zuschlag erhält.
Verständlich ist das Gemecker der Autofahrer darüber. Unverständlich ist ihre Kritik an den Straßenbauern, die angeblich zu Ferienzeiten falsches Baustellenmanagement betrieben. Denn nur im Sommer kann lang, aber zügig und durchgehend gebaut werden.
Staus wird es dabei immer geben. Nur zwei Dinge könnten dauerhaft Erleichterung bringen: Erstens die von Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) vorgeschlagene Entzerrung der Ferienzeiten. Das wird aber nur etwas bringen, wenn nicht gleichzeitig das Lkw-Fahrverbot an Sonnabenden in den Ferien aufgehoben wird, wie es schon die CDU im Land fordert.
Zweitens wird aber viel wichtiger sein, dass sich der Straßenzustand im Land verbessert. Dann wird auf lange Sicht der Verkehr auch besser rollen. Dafür allerdings wird mehr Geld benötigt - Geld, das in keinem Haushalt vorgesehen ist. Und so wird der Bürger zur Kasse gebeten werden - entweder über eine Maut oder über Steuern. Dass auch dies massive Kritik der Autofahrer hervorrufen wird, ist klar. Und selbst wenn mehr Geld in den Straßenbau fließt, wird die Sanierung der auf einer Länge von rund 1000 Kilometern kaputten Landesstraßen lange dauern. Und vor allem wird es erstmal ganz viele Baustellen geben - und wieder viel Kritik.
Aber das werden dann alle Beteiligten zumindest wohl etwas besser ertragen können.

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