Ernüchterung nach furiosem Turnierstart

Der Flensburger Hendrik Ostermann nutzt den Eutiner Abwehrfehler und leitet mit diesem Treffer, gegen den Torwart Fabian Oeser machtlos ist, die 0:6-Niederlage für Eutin 08 ein, die das Ausscheiden bei den Hallen-Masters besiegelte.
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Der Flensburger Hendrik Ostermann nutzt den Eutiner Abwehrfehler und leitet mit diesem Treffer, gegen den Torwart Fabian Oeser machtlos ist, die 0:6-Niederlage für Eutin 08 ein, die das Ausscheiden bei den Hallen-Masters besiegelte.

Die Fußballer von Eutin 08 sorgten am Sonnabend bei ihrem Hallen-Masters-Debüt in der Kieler Sparkassenarena vor 8600 Zuschauern für Furore

shz.de von
11. Januar 2015, 15:21 Uhr

Das erste Spiel der Fußballer von Eutin 08 bei den 17- Hallen-Masters des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) in der Kieler Sparkassenarena machte Appetit auf mehr. Die Eutiner drehten das Spiel gegen Regionalligist VfR Neumünster nach 0:1-Rückstand zu einem 3:2-Sieg, die mehr als 600 mitgereisten Eutiner Fans jubelten. Doch dann kam die Ernüchterung. Nach dem 0:3 gegen den späteren Gesamtsieger TuS Hartenholm und dem 0:6 gegen den ETSV Weiche Flensburg war das Turnier für Eutin 08 sportlich beendet.

Als Christopher Kramer den VfR Neumünster im Gruppenspiel in Führung schoss, waren die Spieler von Eutin 08 nur kurz geschockt. Sie wehrten sich nach Kräften gegen den starken Regionalligisten. Und das mit Erfolg, die Sparkassenarena, und da vor allem die rote Kurve, bebte, als Lasse Bork, Sebastian Witt und Tim Brunner das Blatt zum 3:1 wendeten. Der zweite Treffer von Christopher Kramer kam zu spät, um den Eutiner Sieg noch in Gefahr zu bringen. Euphorie bei den Eutinern: Strahlend nahm Trainer Hans-Friedrich „Mecki“ Brunner seine Spieler in Empfang und klatschte sich mit ihnen ab.

Welch ein Start ins Turnier. „Das ist toal spannend, als Zuschauer mit der eigenen Mannschaft mitzufiebern. Und dass sie das Spiel nach dem 0:1 gegen einen Regionalligisten zu einer 3:1-Führung gedeht hat, sagt viel über die Moral der Mannschaft“, sagte Lasse Leinweber, der zusammen mit Julian Brauer auf der Spielertribüne Platz nehmen musste, denn das Reglement erlaubt nur zehn Feldspieler, da hatte Mecki Brunner die Qual der Wahl.

„Wir haben es zweimal in der Hand gehabt, das Halbfinale zu erreichen, aber wir haben unsere Matchbälle vergeben“, sagte Kapitän Sönke Meyer. Er freute sich über die Unterstützung der Fans, räumte aber ein: „Es geht bei diesem Turnier auch darum zu gewinnen – und da war heute mehr drin!“ Die Eutiner wollten gegen den TuS Hartenholm den Einzug in die Endrunde perfekt machen, wurden aber nach dem schnellen Rückstand durch Martin Genz nach 22 Sekunden immer nervöser und hektischer, während die Hartenholmer ihre Chancen eikalt nutzten und sich nach Treffern von Christian Jaacks und Marc Oldenburg den 3:0-Sieg verdienten.

Keinen Blumentopf gab es gegen Titelverteidiger ETSV Weiche Flensburg zu gewinnen. Während die Eutiner noch mit ihren Gedanken den Punkten gegen Hartenholm nachtrauerten, drückte das Regionalligateam aufs Tempo und kannte kein Mitleid. Florian Meyer schoss drei Tore, außerdem trafen Jannick Ostermann, Ilidio Pastor Santos und Len Aike Strömer zum 6:0-Erfolg, der den Flensburgern den Gruppensieg und den Eutinern den K.o. einbrachte.

„Wir gehen hier positiv raus. Wir waren nicht Kanonenfutter, das war für unsere Spieler ein super Erlebnis und für unsere Fans tausend Mal“, sagte Mecki Brunner, als er die erste Enttäuschung überwunden hatte.

Philip „Blubber“ Nielsen konnte sich an der Kulisse gar nicht sattsehen. Er guckte noch lange nach dem Spiel gegen Weiche quer übers Spielfeld in die Eutiner Kurve, die weiter klatschte und sang – gerade so, als hätte Eutin 08 eben die Hallen-Masters gewonnen. „Die Stimmung bei unseren mitgereisten Fans ist sensationell. Davon haben wir uns im ersten Spiel gegen den VfR Neumünster tragen lassen“, stellte der Kämpfer fest. Und er steckte gleich ein ehrgeiziges Spiel: „Ich möchte nächstes Jahr wieder dabeisein.“ Und auch Torwart Fabian Oeser war vom Masters-Virus infiziert: „Das ist ein unglaublihes Erlebnis. Wir hatten vor, gegen Hartenholm das Ding klar zu machen. Weiche war letztlich eine Nummer zu groß. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wiederkommen dürfen – und dann will ich hier das Halbfinale schaffen.“ Der Norddeutsche Rundfunk traute den Eutinern schon bei der Premiere Großes zu. Er begleitete Mannschaft und Fans von Eutin 08 durch den langen Turniertag, der Bericht war gestern im Schleswig-Holstein-Magazin im dritten Programm zu sehen.

Unter dem Strich blieb Eutin 08 der dritte Platz in der Gruppe und sechste Platz in der Endabrechnung. Turniersieger wurde sensationell der TuS Hartenholm, der im Halbfinale den Drittligisten Holstein Kiel mit 2:1 Toren aus dem Turnier kegelte und im Endspiel auch den VfB Lübeck mit 2:1 Toren besiegte.

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