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19. Oktober 2017 | 04:48 Uhr

Einmaliger Zusammenhalt beim SVT

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Courier-Interview mit Tungendorfs Verbandsligafußballer Torben Krauel / „Bin mit Punktausbeute nicht zufrieden“ / „Wankendorf wird Meister“

Der Unterschied zwischen der Fußball-Kreis- und -Verbandsliga ist enorm – das mussten schon einige Mannschaften, die zuvor auf Kreisebene zu überzeugen wussten, einsehen. Beim amtierenden Meister der Kreisliga Neumünster, dem SV Tungendorf, stellt sich das anders dar. Die Elf von Trainer Torsten Sötje hat sich in der Sechsten Liga schnell zurechtgefunden, rangiert auf einem starken achten Platz und ist damit der beste Aufsteiger der Verbandsliga Süd-West. Einen maßgeblichen Anteil daran hat der Defensiv-Allrounder Torben Krauel. Der 28-Jährige, früher bereits in Diensten der Neumünsteraner Aushängeschilder VfR und PSV, kehrte im Januar 2014 vom Hamburger Landesligisten Hamm United FC nach Mittelholstein zurück. Seither spielt er eine wichtige Rolle beim Club vom Süderdorfkamp, für den er bereits in der B-Jugend-Regionalliga die Schuhe geschnürt hatte. Ob er in der Innenverteidigung, als Außenverteidiger oder wie zuletzt meistens im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt, spielt keine Rolle. Denn „Snooze“, wie Krauel auf Grund seines Hangs dazu, den Wecker weiter zu stellen, genannt wird, weiß überall zu überzeugen. Der Courier sprach mit dem angehenden Sonderschullehrer.

Der SV Tungendorf überwintert auf Rang 8. Sind Sie damit zufrieden?

Krauel: Jein. Wenn man mir vor der Saison gesagt hätte, dass wir als Aufsteiger mit 27 Punkten auf dem achten Platz stehen würden, hätte ich gesagt: „In Ordnung.“ Aber wir haben mit drei Siegen am Stück sehr gut angefangen, und wenn man sich die sonstigen Spiele so anschaut, bin ich mit der Punktausbeute nicht zufrieden. Wir haben zu viel liegen gelassen. Von den sechs Remis waren vier zu viel.

War es richtig, vor der Saison auf ein eingespieltes Team zu setzten, anstatt viele neue Spieler zu verpflichten?

Ja, das ist die richtige Philosophie. Es gibt kein Geld beim SVT. Jeder macht das der Sache wegen, obwohl viele ohne Weiteres höher spielen könnten. Das Zwischenmenschliche ist wichtiger, wir haben einen einmaligen Zusammenhalt.

Was lief in der Hinrunde gut, was muss noch besser werden?

In einer insgesamt nicht sehr spielstarken Liga schätze ich uns mit am spielstärksten ein. Wir mussten aber auch erkennen, dass die besseren Fußballer nicht unbedingt die Punkte einfahren. Diesbezüglich haben wir Lehrgeld gezahlt. Dass wir nur einmal zu null gespielt haben, ist natürlich auch zu wenig.

Ihre Mannschaft ist die zweitschwächste Heim-, dafür aber auch die zweitstärkste Auswärtself. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Nicht wirklich. Wir haben ein schönes, mit neuen Sitzschalen ausgestattetes Stadion, wo immer eine gute Stimmung herrscht und der Platz gut ist. Dort haben wir in der Rückrunde etwas gutzumachen.

Wie bewerten Sie das bisherige Abschneiden der übrigen Neumünsteraner Verbandsligisten?

Der TSV Wankendorf wird Meister. Er ist zwar nicht so spielstark, hat dafür aber defensiv eine hohe Qualität und spielt sehr konstant. Olympia hat genügend spielerische Klasse und wird die Liga halten. Die Nortorfer sind schwierig einzuschätzen, schließlich haben sie sehr unterschiedliche Partien abgeliefert. Das wird eine enge Kiste. Beim FC Torpedo glaube ich nicht, dass er die Klasse halten wird.

Allgemein scheint es für Fußball-Neumünster zwischen Regional- und Kreisliga nicht so gut zu laufen. Muss man sich generell Sorgen machen?

Eigentlich dürfte das nicht so sein. Die Stadt ist groß genug und hat genügend Fußball-Qualitäten. Es ist mir ein Rätsel, wie das aktuell zu Stande kommt. Ich glaube, oft werden im Hintergrund falsche Entscheidungen getroffen. An den fußballerischen Qualitäten liegt es sicher nicht.

Sie haben bereits bei höherklassigen Teams gespielt. Warum haben Sie im vergangenen Winter den Schritt zurück in die Kreisliga gemacht?

Ich habe im Februar vergangenen Jahres mein Referendariat in Nortorf begonnen. Schnell haben ganz andere Clubs aus Neumünster angefragt, und ich habe auch einige Probetrainings absolviert. Doch ich hätte das Trainingspensum nicht erfüllen können, da die Priorität auf beruflicher Seite lag. Meine Kumpel Gerrit Pohnke und Torben Czekay haben mir dann gesagt, dass es ja nicht sein kann, dass ich wegen eines Referendariats anderthalb Jahre gar nicht spiele, und mich davon überzeugt, nach Tungendorf zu gehen.

Bleiben Sie dem SVT auch in der Saison 2015/16 erhalten?

Das ist noch offen. Das liegt auch daran, dass ich noch nicht weiß, wo es ab Sommer in beruflicher Hinsicht hingehen wird. Ich möchte in der nächsten, spätestens übernächsten Saison in der SH-Liga spielen. 

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