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Ein Urgestein der Unparteiischen wird heute 80: Ulrich Nawe

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2015 | 11:28 Uhr

20 Jahre lang hat er bis 1973 in Schleswig-Holstein als Schiedsrichter auf Fußballplätzen gestanden, von 1959 bis 1964 in der höchsten Amateurklasse, der Landesliga Schleswig-Holstein, als Linienrichter auch in der Oberliga und Regionalliga Nord: Ulrich Nawe. Heute wird er 80 Jahre alt.

Am 6. Juli 1935 in Greifswald geboren, als Sohn eines Grenzbeamten in Kröschendorf/Oberschlesien aufgewachsen, kam Nawe 1946 mit seiner Mutter und drei Schwestern nach Eutin. Der Vater war gefallen.

Im Sommer 1947 schenkte sein Onkel Otto Huber, ein ehemaliger Oberliga-Spieler von Wormatia Worms, dem damals Zwölfjährigen ein Paar Fußballschuhe. Nawe begann seine Sportkarriere bei der Eutiner Sportvereinigung von 1908. Er war Spieler, Jugendtrainer, Vereins- und Jugendobmann, Schiedsrichterbetreuer und Förderer des Nachwuchsfußballs, als Fan hält der 08 bis heute die Treue.

Während er in der Eutiner Stadtverwaltung arbeitete, gelang Nawe 1959 als Schiri der Sprung in die Landesliga. Als es ihn 1964 mit seiner Frau Roseli ins Bundesamt für Verfassungsschutz nach Köln verschlug, nahm seine Schiedsrichter-Karriere ein jähes Ende: Der Wechsel in einen anderen Landesverband war damals gleichbedeutend mit Rückkehr in untere Spielklassen.

Nach der Rückkehr in den Norden 1971 standen Beruf und Familie längst im Mittelpunkt, das Schiedsrichten blieb aber Hobby. Bis in die 90er Jahre hinein leitete Nawe regelmäßig Spiele im Kieler Marinestützpunkt.

Unzählig sind die Anekdoten, die Nawe auf dem Platz erlebt hat. In die Geschichte eingegangen ist ein „Skandalspiel“ am Itzehoer Lehmwohldt im Oktober 1964: Nawe hatte bei der Begegnung zwischen dem Itzehoer SV und Kilia Kiel, die 1:4 endete, gleich vier Spieler vom Platz gestellt. Damit zog er sich den Zorn beider Fanlager zu – und wurde nach der Partie unter Polizeischutz vom Feld geleitet.

Den Folgen eines Schlaganfalles trotzt Ulrich Nawe, immer noch besucht er die Spiele von Eutin 08. Und die Fußballbegeisterung gab er an seine beiden Söhne Norman und Patrick weiter. Beide sind Sportjournalisten geworden.

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