Kommunalwahl : Ein ganz bitterer Beigeschmack

Eine Wahlbeteiligung von unter 40 Prozent in Rendsburg: Ein erschreckendes Ergebnis, sagt Gero Trittmaack und fordert Konsequenzen.

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26. Mai 2008, 12:00 Uhr

So richtig zufrieden schien gestern Abend, abgesehen von den Linken, niemand mit dem Wahlergebnis in Rendsburg zu sein. Unklare Mehrheiten mit sechs Fraktionen – auf die ehrenamtlichen Politiker warten komplizierte Verhältnisse und viele langwierige Diskussionen. Eine Lösung allerdings deutete sich schon gestern beim Betrachten der Wahlergebnisse an. Im Rathaus-Foyer machte das Wort "große Koalition" die Runde.
Wahlbeteiligung unter 40 Prozent
Wie immer nach Wahlen werden die Ergebnisse betrauert oder gefeiert, Strategien beraten und Personalentscheidungen vorbereitet. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass die Wahl in Rendsburg einen ganz bitteren Beigeschmack hat: Nicht einmal 40 Prozent der Wahlberechtigten gaben Rendsburgs Ratsversammlung ihre Legitimation.
Ein erschreckendes Ergebnis, das nun endlich nach Konsequenzen verlangt. Schon vor fünf Jahren hatten die Politiker sich entsetzt gezeigt und vollmundig angekündigt, die Bürger besser einzubeziehen. Geschehen ist nichts.
Es ist nicht damit getan, das Desinteresse der Nicht-Wähler zu beklagen und auf die eigene, wichtige Arbeit zu verweisen. Die Wahlbeteiligung kann nur verbessert werden, wenn die gesamte Ratsversammlung mehr auf die Menschen zugeht, verständlich und transparent macht, was sie zu entscheiden gedenkt – und die Bürger stärker als bisher an diesen Entscheidungen teilhaben lässt. Für diese Ansätze muss ein Konzept her. Und das, bevor personelle und strategischen Weichen gestellt werden.

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