Ein Abend der Geschenke

Die Hürde Rotenhof genommen: Mit 2:1 setzten sich die Osterrönfelder um Florian Kuklinski (gelbes Trikot) durch. In dieser Szene versucht Rotenhofs Daniel Kohlmorgen vergeblich den OTSV-Stürmer zu stoppen. Tobias Skoruppa (links) schaut zu.
Die Hürde Rotenhof genommen: Mit 2:1 setzten sich die Osterrönfelder um Florian Kuklinski (gelbes Trikot) durch. In dieser Szene versucht Rotenhofs Daniel Kohlmorgen vergeblich den OTSV-Stürmer zu stoppen. Tobias Skoruppa (links) schaut zu.

Fußball-Verbandsliga Nord-Ost: Osterrönfelder TSV gewinnt Derby beim TuS Rotenhof mit 2:1 und darf weiter auf die Vizemeisterschaft hoffen

shz.de von
14. Mai 2015, 16:31 Uhr

Thomas Gosch fühlte sich einmal mehr bestätigt. „Wir sind einfach zu unclever für diese Klasse. Das zieht sich schon die ganze Saison hindurch“, sagte der Trainer des TuS Rotenhof nach der 1:2 (1:0)-Niederlage im Derby der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost am Mittwochabend gegen den Osterrönfelder TSV. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich darauf hinweise, dass Fehler in dieser Klasse brutal bestraft werden. Wir haben uns ja quasi wieder selbst geschlagen.“ Gosch spielte damit auf die Aussetzer seines Teams vor den beiden Gegentreffern an. Erst unterlief Dennis Bienwald einen Befreiungsschlag der Osterrönfelder aus der eigenen Hälfte, so dass OTSV-Stürmer Florian Kuklinksi frei auf TuS-Keeper Stefan Johannsen zulaufen und zum 1:1 vollenden konnte (51.). Keine 120 Sekunden später kam Jannik Sierks am rechten Rotenhöfer Strafraumeck frei zum Schuss. Johannsen konnte zwar noch zur Seite abwehren, doch der Ball landete beim sträflich freistehenden Fabian-Malte Möller, der keine Mühe hatte, das Spielgerät zum 2:1 über die Linie zu drücken (53.).

„Die Treffer dürfen so nie und nimmer fallen. Das waren Geschenke von uns. Und der Zeitpunkt so kurz nach der Pause war Gift für uns. Da haben wir völlig den Faden verloren und anschließend zu kopflos agiert“, haderte Gosch mit dem teilweise naiven Verhalten seiner Spieler. „Natürlich hatten wir bei den Treffern etwas Glück“, räumte OTSV-Coach Olaf Lehmann ein. „Aber der Sieg war aufgrund unserer guten zweiten Halbzeit verdient. Zudem haben wir den Rotenhöfern ja auch ein Geschenk gemacht“, meinte Lehmann mit Blick auf den Führungstreffer des TuS. In der 41. Minute konnte Osterrönfelds Schlussmann Marius Jentsch einen Freistoß von Tobias Skoruppa nicht festhalten. Harald Giese staubte gegen seinen zukünftigen Verein zum 1:0 ab.

Bis auf diese drei Szenen hatte das Derby allerdings wenig Aufregendes zu bieten, was auch dem schlechten Zustand des Rasens geschuldet war. „Auf so einem Acker ist eben kein guter Fußball möglich. Aber was solls? Wir haben gewonnen, das zählt“, meinte Lehmann, dessen Team nach dem Derbysieg weiter von der Vizemeisterschaft träumen darf. „Wer hätte gedacht, dass wir nach dem schwachen Saisonstart zwei Spieltage vor Schluss 50 Punkte auf dem Konto haben?“ Der Abstieg des TuS Rotenhof steht hingegen nicht erst seit der Niederlage fest. Gosch: „Wir hätten nicht absteigen müssen. Wir sind nicht viel schlechter als die anderen Teams. Aber in den entscheidenden Situationen fehlt das gewisse Etwas.“

TuS Rotenhof: Johannsen – Kohlmorgen, Bienwald, Trost (46. Hansen), Skoruppa – Giese, S. Schulz (46. D. Schulz), Schütt (70. Holten), Potschko – Ahrends, Bruhns.

Osterrönfelder TSV: Jentsch – Piotraschke (60. Wittorf), Lobeck, Sopha, Reimer – Möller (85. Krause), Müller, Lehmann, Sierks (79. Schäfer) – Dollnick, Kuklinski.

Schiedsrichter: Olimsky (Ostroher SC).

Zuschauer: 140.

Tore: 1:0 Giese (41.), 1:1 Kuklinski (51.), 1:2 Möller (53.).

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