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Eckernförder SV katapultiert sich unerwartet in den Abstiegskampf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fußball-Verbandsliga Nord-Ost: Die Eckernförder machen zu viele        spielentscheidende Fehler in den bisherigen 14 Partien

von
erstellt am 14.Jan.2016 | 00:00 Uhr

Einen erneuten zweiten Platz wie in der Vorsaison, hatte beim Eckernförder SV in dieser Spielzeit niemand erwartet. Dass die Fußballer vom Bystedtredder jedoch als Tabellen-14. auf einem Abstiegsplatz überwintern würden, war sicherlich von keinem Spieler, Trainer oder sonstigem Verantwortlichen für möglich gehalten worden. Doch genau so kam es – der ESV steckt in der größten sportlichen Krise seit vielen Jahren. „Die ist selbst verschuldet“, muss Trainer Stefan Mackeprang gestehen.

Die Eckernförder schafften es in der Hinserie, einige Fußballweisheiten auf den Kopf zu stellen. Die wirklich schlechte Aufstiegsrunde, mit zwei sehr enttäuschenden Niederlagen gegen den VfB Lübeck II (1:4) und Blau-Weiß Löwenstedt, hätte durchaus noch ihre Nachwirkungen haben können. Aber – nichts da! Der ESV begann die Saison durchaus erfolgreich und grüßte nach zwei Siegen zum Auftakt sogar als Tabellenführer. Mackeprang sagte damals: „Wir sollten die Bodenhaftung natürlich auch nach dem guten Start nicht verlieren, aber auf der anderen Seite ist es auch erlaubt, jetzt etwas zu Schwärmen. Das war sehr gut.“ Und auch die im Sommer eingebauten jungen Spieler bekamen ihr Lob: „Nein“, er sei nicht überrascht darüber, wie gut die Mannschaft nach dem Umbruch bereits harmoniere, denn „wir haben eine sehr gute Balance im Spiel und uns taktisch clever verhalten. Auch die jungen Spieler haben es sehr gut gemacht.“ Zu diesem Zeitpunkt war das sicherlich keine verwunderliche Analyse, doch was dann passierte, nach einem positiven Start und großer Euphorie, muss schon als katastrophaler Abrutsch bezeichnet werden. Aus den folgenden zwölf Partien bis zur Winterpause holte der ESV nur noch zwei Siege, kassierte aber satte zehn Niederlagen. Die Hochstimmung nach dem 2. Spieltag war verflogen.

Bereits früh in der Saison bedurfte es einer neuen Fehleranalyse. Für Mackeprang stand fest, dass krasse individuelle Fehler zu oft zu unnötigen Gegentreffern führten, die sein Team regelmäßig um mögliche Punkte brachten. Nun wurde auch die Verjüngung der Mannschaft immer wieder angeführt, wobei mit Malte Eggers und Tjark Carstensen die zwei ehemaligen A-Jugendlichen durchaus zu den Leistungsträgern zählten, auch wenn Stürmer Carstensen nahezu in jedem Spiel vorzeitig ausgewechselt wurde, was nicht immer verständlich erschien. Immerhin versprüht der 19-Jährige mit acht Toren in 14 Spielen die mit Abstand größte Torgefahr. „Ich sehe es eher so, dass Tjark als junger Spieler schon sehr viel Einsatzzeit bekommt. Er hat einen extrem intensiven Spielstil. Bei ihm muss die volle Kraft da sein“, erklärt Mackeprang, der in seinem Stürmer „ein Juwel“ sieht. „Von ihm wird hier schon viel erwartet, aber man muss ihm Zeit geben, sich zu entwickeln.“ Ein Problem ist, dass Carstensen lange Zeit, bis Jan-Ole Jürgensen die nötige Fitness hatte, nahezu der Alleinunterhalter im ESV-Angriff war.

Die neu formierte Mannschaft hat sicherlich kein Qualitätsproblem und müsste vom fußballerischen Können deutlich weiter oben in der Tabelle stehen, aber durch die Abgänge ist eine Menge Erfahrung verloren gegangen, die Spieler wie Daniel Kranz, Alen Ajdarpasic oder auch der junge Fynn Gerlach bereits hatten. Eine gute Entscheidung war es, in der Krise die Ligamannschaft durch Jan-Ole Jürgensen, Dimitri Milov und Dirk Wallochny zu verstärken. „Sie sind unbelastet an die Aufgabe herangegangen und gehören vom Potenzial her sowieso in die erste Mannschaft“, sagt Mackeprang. Alle drei waren absolute Leistungsträger in der zweiten Mannschaft und halfen auch der Ligaelf bei ihren Einsätzen weiter. Sie werden daher auch bis zum Saisonende weiter in der Verbandsliga auflaufen.

Kurz vor der Winterpause und mitten drin in der mittlerweile sechs Spiele andauernden Niederlagenserie, stellte sich der Verein demonstrativ vor Coach Stefan Mackeprang, mit dem der aktuell drohende Abstieg noch vermieden werden soll. „Auch die Mannschaft hat sich für Stefans Verbleib ausgesprochen“, erklärte ESV-Präsident Manfred Medler.

Da die Eckernförder erst 14 Begegnungen absolviert haben, könnten sie allein mit zwei gewonnenen Nachholspielen bis auf Platz zehn vorrücken. Dafür müssen die individuellen Fehler aber dringend abgestellt werden. Mackeprang bilanziert: „Wir hatten in Klausdorf und beim GSC nur zwei richtig krass schlechte Spiele dabei. Alle anderen Niederlagen haben wir uns durch kurze Schwächephasen und eben die vielen Fehler eingebrockt.“ 

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