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22. August 2017 | 00:31 Uhr

„Dieser VfR fasziniert mich“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viel Lob, aber keine Punkte für Rasensport in Bremen / Ist Vrcic ein Kandidat für den Cheftrainerposten?

Es war eines dieser Spiele, in dem schlicht und einfach der Qualitätsunterschied das entscheidende Quantum ausmachte. Wäre alles normal gelaufen, hätte der VfR auch im dritten Spiel der Regionalliga-Neuzeit bei Werder II etwas mitgenommen. Couragiert, frech, mutig, mannschaftlich geschlossen – es stimmte alles bei Rasensport, wären da doch nur nicht diese fürchterlichen Aussetzer gewesen. Beim 1:0 patzte Angelos Eleftheriadis, das zweite Bremer Tor begünstigte eine im Kollektiv schlafende Defensive, den dritten Treffer ein Stellungsfehler von Nils Winter. Zu allem Überfluss verließ dann auch noch Ole Springer seine Kiste, obwohl zwei Verteidiger Bremens Max Wegner auf den Fersen waren. Springer kam an der Strafraumgrenze zu spät und wurde von Wegner klassisch überlupft.

„Scheiße, total unnötig“, polterte VfR-Verteidiger Gentian Durak beim Gang in die Kabine. Sein am Saisonende scheidender Trainer Uwe Erkenbrecher war etwas gefasster. „Für mich war das eher unglücklich als unnötig“, sagte der 60-Jährige, „besonders gemessen am Spielverlauf und an unserer schwierigen Personalsituation mit zwei kurzfristig Erkrankten sowie zwei bereits vor der Halbzeitpause Verletzten“. Ausschlaggebend für den programmgemäßen Heimerfolg seien die schweren individuellen Fehler seines Teams gewesen, meinte Erkenbrecher, der insbesondere den Schnitzer von Eleftheriadis ansprach: „So etwas darfst du dir einfach nicht erlauben.“ Und eine Topmannschaft wie Werder II nutze derlei Einladungen dann eben aus, erklärte Erkenbrecher, der zudem Referee Adrian Höhns kritisierte: „Woche für Woche haben wir mit schlechten Schiedsrichterleistungen zu kämpfen.“ Unterm Strich hatte der Coach für seine Truppe warme Worte übrig. „Ich habe eine intakte Mannschaft gesehen, die mental gut drauf ist und in spielerischer Hinsicht ein gleichwertiger Gegner war“, lobte „Erke“ die Gästeelf. Dass er dies keineswegs durch eine Vereinsbrille tat, belegte ein einziger Satz des NDR-Rundfunkreporters Tiede Thedinga, der in der Nachspielzeit nach einer schönen Offensivaktion von Winter die Rasensportler lobte: „Dieser VfR fasziniert mich.“

Werders Trainer Alexander Nouri atmete tief durch. „Wir hatten ein dickes Brett zu bohren“, lobte auch er den VfR und bezeichnete die beiden Gegentreffer als „Nackenschläge, nach denen wir aber Moral bewiesen haben“. Seine Mannschaft habe, so Nouri, nicht gut gespielt, sich aber mit den Treffern zum drei und vier zu zwei für einen hohen Aufwand belohnt.

Unterdessen ist die Frage, wer zur neuen Saison Erkenbrecher auf dem VfR-Trainerstuhl beerben wird, weiter völlig offen. Ein Kandidat wäre der jetzige „Co“ Nikica Vrcic. Der aber wiegelte am Sonnabend ab: „Ich beschäftige mich zurzeit nur mit der aktuellen sportlichen Situation – und die heißt Abstiegskampf.“

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erstellt am 23.Feb.2015 | 11:00 Uhr

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