Die Überraschungen bleiben aus

Chance vertan: Jevenstedts Sven Grosser (blau-gelbes Trikot) scheitert an FT–Keeper Timo Blaas.
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Chance vertan: Jevenstedts Sven Grosser (blau-gelbes Trikot) scheitert an FT–Keeper Timo Blaas.

Fußball-Kreispokal RD-ECK, Achtelfinale: Die Favoriten setzen sich durch / TSV Borgstedt und FT Eintracht unterliegen knapp / RTSV schlägt den BTSV erneut

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27. Juli 2015, 06:00 Uhr

Für die Außenseiter hat es nicht ganz gereicht. Sowohl der TSV Borgstedt (1:2 gegen den Osterrönfelder TSV) als auch die FT Eintracht Rendsburg (0:1 gegen den TuS Jevenstedt) haben im Achtelfinale des Fußball-Kreispokals Rendsburg-Eckernförde nur knapp eine Überraschung verpasst. Keine Überraschung war auch der 4:0-Erfolg von Titelverteidiger Gettorfer SC beim SSV Nübbel.

Büdelsdorfer TSV – Rendsburger TSV 1:2 (1:1)
Wie schon vor acht Tagen beim Finale des LZ-Turniers entpuppte sich der RTSV erneut als einen Tick reifer. „Das ist zwar bitter für meine Jungs, dass sie wieder unglücklich verloren haben, aber die Entwicklung der Mannschaft stimmt. Wir waren über 90 Minuten ein ebenbürtiger Gegner, nur leider manchmal etwas zu blauäugig“, meinte Büdelsdorfs Co-Trainer Michael Ebsen. Zwar ging sein Team nach 22 Minuten durch einen schön heraus gespielten Treffer von Arthur Roller mit 1:0 in Führung, doch bei beiden Gegentoren hätte ein taktisches Foul zu rechten Zeit Schlimmeres verhindert. So konnte Yannick Herzig mit einem fulminanten Schuss ins kurze Eck noch vor der Pause ausgleichen (39.). Und elf Minuten nach Wiederanpfiff hatte Daniel Witt keine Mühe, die feine Vorarbeit von Thies Kalina zum entscheidenden 2:1 zu verwerten. Tomke Splettstößer (82.) und Mats Henke per Freistoß (83.) hätten noch für den Ausgleich und eine mögliche Verlängerung sorgen können, der Ball strich aber jeweils knapp am Rendsburger Tor vorbei. „Wir haben zwar etwas glücklich, am Ende aber nicht unverdient gewonnen“, resümierte RTSV-Coach Dennis Usadel.
Wittenseer SV – TuS Rotenhof 0:2 (0:1)
„Der Rotenhöfer Sieg geht in Ordnung, weil sie einfach einen reiferen Fußball als wir gezeigt haben“, gestand Wittensees Coach Peter Thede fair ein. „Wir hatten zwar auch unsere Chancen, doch haben wir uns dabei nicht clever genug angestellt.“ Nach der Gästeführung per vertretbarem Foulelfmeter von Alexander Ermeling drückten die Gastgeber auf den Ausgleich und hatten kurz vor Schluss die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich per indirektem Freistoß aus sechs Metern, doch der Schuss von Pascal Reimers blieb in der Rotenhöfer Abwehr hängen – wie auch die anschließenden drei Nachschüsse. Im Gegenzug fiel auf der Gegenseite die Entscheidung, erneut per Foulelfmeter. Michele Diedrichsen hatte dabei Rotenhofs Sebastian Schmid beim Kopfball in den Rücken gestoßen und damit eine glasklare Torchance verhindert. Neben dem Strafstoß gab es deshalb auch regelkonform die Rote Karte gegen ihn.

Tore: 0:1, 0:2 Ermeling (25., 90.)

Rot: M. Diedrichsen (90.; Notbremse; WSV).

TSV Vineta Audorf – Osdorfer SV 7:1 (5:1)
Osdorfs Trainer Jens-Uwe Lorenzen war nach dem Abpfiff voll des Lobes über die Leistung der Vineten. „Vielen Dank für die Lehrstunde“, raunte er seinem Audorfer Kollegen Norman Bock zu. Dessen Team brannte ein 90-minütiges Feuerwerk ab und hätte am Ende sogar zweistellig gewinnen können. Mann des Tages auf Seiten der Gastgeber war der vierfache Torschütze Patrick Scheer. Mit einem Doppelschlag eröffnete Scheer den Torreigen (14., 21.). Nach Sebastian Moehls verwandeltem Foulelfmeter (23.) keimten nur kurzzeitig Hoffnungen beim OSV auf, denn keine 120 Sekunden später hatte Scheer den alten Zwei-Tore-Abstand wieder hergestellt. Und spätestens beim 5:1 zur Pause gab es keine Zweifel mehr am späteren Sieger. Im zweiten Durchgang spielten die Vineten weiter groß auf, leisteten sich allerdings die eine oder andere Unkonzentriertheit vor dem Gäste-Tor, so dass die Osdorfer mit dem 1:7 noch glimpflich davon kamen. „Das war eine ganz tolle Mannschaftsleistung“, resümierte ein zufriedener Bock.

Tore: 1:0 Scheer (14.), 2:0 Scheer (21.), 2:1 Moehl (23., FE), 3:1 Scheer (25.), 4:1 Kluck (34.), 5:1 Sienknecht (40.), 6:1 Kluck (55.), 7:1 Scheer (60.).

FC Fockbek – SG Felde/Stampe 2:1 (1:1)
Die SG hatte sich viel vorgenommen und wollte sich für die Final-Niederlage im Bredenbek-Cup (1:2) revanchieren, denn schon nach sechs Minuten markierte Kalle Simon den Führungstreffer für den Kreisligisten. Der Gastgeber ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, zumal die Felder fortan überaus defensiv agierten und kaum mehr Akzente nach vorne setzten. Anders der FC: Der Ausgleich lag gleich mehrfach in der Luft, als Piet Schulz mit einem Strafstoß an SG-Schlussmann Tim Miethke (16.) und fünf Minuten später mit einem Freistoß an der Querlatte scheiterte. Kurz vor dem Wechsel erlöste Schulz sich und seine Farben mit dem längst fälligen Ausgleich, als er die Felder Abwehrspieler wie Fahnenstangen stehen ließ (44.). Der ansonsten starke SG-Keeper Miethke avancierte in einer insgesamt ereignislosen zweiten Halbzeit zum tragischen Helden, als er bei seinem Klärungsversuch über den Ball schlug und Maximilian Seubert zum 2:1-Siegtreffer ungehindert einschieben konnte.

Tore: 0:1 Simon (6.), 1:1 Schulz (44.), 2:1 Seubert (80.).
Bes. Vorkommnis: Schulz (Fockbek) verschießt FE (16.).

FT Eintracht RD – TuS Jevenstedt 0:1 (0:0)
Hauptsache gewonnen – das war der einhellige Tenor im Jevenstedter Lager nach dem Abpfiff. Zwar dominierten die favorisierten Gäste 90 Minuten lang die Partie, doch vor allem in der ersten Halbzeit agierte der TuS gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren in der Offensive zu umständlich. Als kurz nach Wiederanpfiff Lukas Gersteuer auf Vorarbeit von Timo Klug das erlösende 1:0 für die Jevenstedter erzielte, dachten die meisten Zuschauer wohl, dass die Rendsburger, die auf gleich vier Stammspieler verzichten mussten, nun vollends einbrechen würden. Doch bis zum Abpfiff blieb es bei dem knappsten aller Siege, weil die Eintracht weiterhin einen kaum zu durchdringenden Abwehrriegel vor ihrem Tor aufbaute. Und wenn die Jevenstedter einmal in eine aussichtsreiche Schussposition kamen, ließen sie die nötige Konzentration vermissen. Pech hatte zudem Sebastian Hehnke mit einem Freistoß an die Querlatte. „Das war nicht das Gelbe vom Ei, aber letztlich sind wir eine Runde weiter. Nur das zählt“, meinte TuS-Coach Michael Rohwedder.

Tore: 0:1 Gersteuer (49.).

TSV Borgstedt – OTSV 1:2 (1:0)
Mehr Mühe als erwartet hatte der OTSV, denn nach der frühen Freistoß-Chance von Jannick Sierks, der das Spielgerät an den Pfosten setzte (5.), gelang dem Underdog aus Borgstedt nach einem Konter die überraschende Führung durch Bastian Kaminski (18.), die selbst beim Halbzeitpfiff noch Bestand hatte. „Für alle wenig überraschend war der OTSV über die gesamte Distanz natürlich überlegen, aber wir haben die kniffligen Situationen, die wir zu überstehen hatten, für unsere Verhältnisse sehr gut bereinigt“, zeigte sich Borgstedts Trainer Berndt Gosch überaus zufrieden. Nach dem Wechsel gelang der Lehmann-Elf dann relativ früh der Ausgleich durch Sven Dollnick (54.). „Dieser Treffer wäre allerdings durchaus vermeidbar gewesen“, monierte Gosch, der seiner Mannschaft bei der Entstehung des späten OTSV-Siegtreffers durch Sierks (86.) hingegen keine Vorwürfe machen wollte. „Gut kombiniert und am zweiten Pfosten goldrichtig gestanden“, beschrieb Gosch die spielentscheidende Szene.

Tore: 1:0 Kaminski (18.), 1:1 Dollnick (54.), 1:2 Sierks (86.).

SSV Nübbel – Gettorfer SC 0:4 (0:3)
Von Beginn an wurde ein Zwei-Klassen-Unterschied deutlich. „Da muss man überhaupt nichts zu unseren Gunsten beschönigen, denn der GSC war uns über die gesamte Dauer spielerisch und läuferisch klar überlegen“, meinte SSV-Trainer Jens Lamp. Der Verbandsligist setzte seine Angreifer immer wieder über die Außen gefährlich in Szene. So stand Sven-Ole Rathjens nach 21 Minuten sträflich frei und konnte sich die Ecke beim 1:0 aussuchen. Auch das 2:0 durch Torben Dahsel (34.) und das 3:0 durch Tim Marten Wick (42.) entsprangen gelungenen Kombinationen über die Flügel. Der Gastgeber reagierte und stellte mit Beginn der zweiten Halbzeit Finn-Magnus Lamp auf die klassische Liberoposition. Dieser Schachzug zahlte sich aus, denn außer dem 0:4 von Lars Empen (49.) schaffte es der A-Klassist mit Glück und Geschick, keinen weiteren Treffer zuzulassen. „Unterm Strich geht das Ergebnis auch in dieser Höhe aber absolut in Ordnung“, bilanzierte Lamp.

Tore: 0:1 Rathjens (21.), 0:2 Dahsel (34.), 0:3 Wick (42.), 0:4 Empen (49.).

1. FC Schinkel – Eckernförder SV 4:1 (0:1)

Tore: 0:1 Jaron Ewert (25.), 1:1 Iglewski (57.), 2:1 Akkus (65.), 3:1 Ahrends (90.+3), 4:1 Schikorr (90.+4; FE).

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