Grand-Prix-Vorentscheid : Die "No Angels" fahren nach Belgrad

Freuen sich über ihren Sieg: Nadja (v.l.), Sandy, Lucy und Jessica von den 'No Angels. Foto: dpa
Freuen sich über ihren Sieg: Nadja (v.l.), Sandy, Lucy und Jessica von den "No Angels. Foto: dpa

Favoritensieg beim Grand-Prix-Vorentscheid: Die "No Angels" vertreten Deutschland beim Eurovision Song Contest am 24. Mai in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Mit ihrer eingängigen Tanznummer "Disappear" setzten sich die vier Sängerinnen am Donnerstagabend in Hamburg gegen ihre Konkurrenten durch.

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07. März 2008, 09:37 Uhr

Lucy, Sandy, Nadja und Jessica glänzten vor allem durch ihren professionellen und sexy Auftritt in teils knappen Glitzer-Outfits, ihre Stimmen wirkten aber eher schwach. Die Fans kürten die "No Angels" per SMS und Anruf in einem Herzschlagfinale zum Sieger: 50,5 Prozent erhielt die Castingband und lag damit nur knapp vor Musicalsängerin Carolin Fortenbacher, wie der verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilte.
Nun müssen die "No Angels" sich in rund zweieinhalb Monaten beim Finale gegen 23 Konkurrenten aus ganz Europa behaupten. Insgesamt treten beim Eurovision Song Contest in diesem Jahr 43 Länder an, so viele wie noch nie zuvor. Erstmals wird es zwei Halbfinals geben. Deutschland ist als großes Land automatisch für das Finale qualifiziert. Ob der zwar eingängige, aber gewöhnliche Popsong der No Angels gegen ausgefallene Ethno-Pop-Nummern aus Osteuropa oder Spaßbeiträge bestehen kann, bleibt abzuwarten. Roger Cicero hatte im vergangenen Jahr mit seinem Swing-Song "Frauen regiern die Welt" trotz eines gelungenen Auftritts nur Platz 19 für Deutschland belegt.
Das Finale war weiblich
Zunächst freuten sich die "No Angels", die vor acht Jahren als erste deutsche Castingband mit dem Hit "Daylight In Your Eyes" eine Traumkarriere begonnen hatten, über ihren Sieg beim deutschen Vorentscheid. Sie fühlten sich "grandios" und sparten nicht mit Lob für ihre Konkurrentin Fortenbacher, die bei ihrer Ballade “Hinterm Ozean„ mit ihrer kraftvollen Stimme überzeugte: Sie sei "wirklich fantastisch" gewesen, sagten die "No Angels".
Zwei Tage vor dem Internationalen Frauentag war es ein rein weibliches Finale. Die männlichen Konkurrenten waren bereits in der ersten Abstimmungsrunde ausgeschieden. Die Hannoveraner Jungs von "Marquess" gaben mit "La Histeria" Latino-Pop zum Besten, ließen aber etwas südamerikanisches Feuer vermissen. Tommy Reeve sang sich selbstverliebt am Flügel mit seinem sanften Song "Just One Woman" sicher in so manches weibliche Fan-Herz, was ihm aber nicht reichte. Und die ungewöhnlichsten Teilnehmer, "Cinema Bizarre", dürften mit ihrem Elektro-Pop-Rock-Song "Forever Or Never" ihre Fans begeistert haben, das klassische Grand-Prix-Publikum aber wohl eher nicht.
Beim verantwortlichen Norddeutschen Rundfunk (NDR) wird der Freitagvormittag fast ebenso spannend wie der Wettbewerb am Abend. Dann wird die Einschaltquote veröffentlicht. Im vergangenen Jahr hatten lediglich 4,60 Millionen Fans den Vorentscheid eingeschaltet, was einem Marktanteil von 14,3 Prozent entsprach - ein deutliches Minus zum Jahr 2006, als noch 5,28 Millionen Zuschauer live dabei waren (16 Prozent). Der NDR hatte für den 2008er Wettbewerb extra das Konzept geändert: Statt drei Kandidaten gingen diesmal fünf ins Rennen, und jeder bekam einen prominenten Paten zur Seite.

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