Die letzte Pelzfarm des Landes muss zum Jahresende dicht machen

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30. Dezember 2011, 03:59 Uhr

Schlesen | Die letzte Pelztierfarm, die in Schleswig-Holstein noch in Betrieb ist, muss schließen: Der Kreis Plön hat verfügt, dass Carsten und Nils Sörnsen in Schlesen die Zucht von Nerzen am 31. Dezember 2011 aufgeben müssen, weil bereits seit 2006 geltende Vorschriften nicht umgesetzt worden seien.

Die seit fünf Jahren geltende Verordnung fordert mindestens einen Quadratmeter Platz pro Tier in Käfigen, die mindestens drei Quadratmeter groß sind. Nach Auskunft des Veterinäramtes ist diese Forderung in dem Schlesener Betrieb nicht erfüllt worden, der zuletzt etwa 3300 Tiere in 30 mal 90 Zentimeter großen Käfigen gehalten hat.

"Natürlich freuen wir uns nicht über den Ruin einer Existenz, aber Geschäfte sollten weder auf dem Leid von Menschen, noch von Tieren aufgebaut werden", kommentierte die grüne Kreistagsabgeordnete Regina Jäger die bevorstehende Schließung der Nerzfarm. Die gesetzlichen Änderungen seien eine Reaktion auf besonderen Grausamkeit in der Nerz-haltung gewesen. Jäger: "Der Kreis Plön sollte sich mit Wirtschaftsakteuren profilieren, die die Umwelt, Sozia-les und Ökonomie im Blick haben."

Monika Friebl, stellvertretende Grünen-Vorsitzende im Kreis, warf dem Schlesener Bürgermeister Peter Wiegner "Zeichen der Verrohung" vor. Wiegner hatte bedauert, dass in Schlesen Wertschöpfung verloren gehe, der Bedarf an Nerzfellen aber künftig im Ausland produziert werde.

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