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Fotos in der Stadtbücherei : „Die kleinste Galerie Kappelns“

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Neue Ausstellung in der Stadtbücherei in der Schmiedestraße: Jeden Monat ein neues Bild mit plattdeutschen Zeilen von Wolfgang Brenneisen.

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2017 | 00:00 Uhr

Die Mühle Amanda vor strahlend blauem Himmel, dazu ein kleiner Text auf Platt – so sieht das „Bild des Monats“ in der Stadtbücherei aus, das ab sofort zu sehen ist. Die Idee für das neue Projekt, das noch mehr Besucher – und potentielle Leser – in die Bibliothek in der Innenstadt locken soll, hatte Wolfgang Brenneisen.

Der Autor von Kinderbüchern und Krimigeschichten kommt ursprünglich aus Süddeutschland, ist aber nach Jahren als treuer Kappeln-Urlauber 2014 dauerhaft umgesiedelt. Um Petra Herzig, Leiterin der Stadtbücherei, in ihrem Wunsch nach noch besseren Nutzerzahlen zu unterstützen, hat sich der Hobbyfotograf etwas überlegt. Seit 2009 beschäftigt er sich mit Fotografie, aber nicht allein damit. Er ergänzt das Foto-Motiv gern mit einem kleinen Text oder einem Gedicht. „Ich weiß, das ist hier eher ungewöhnlich, aber in anderen Kulturen durchaus gängig. Durch den Text im Bild als Einheit entsteht etwas ganz Neues. Das ist etwas Besonderes“, sagt er. In Eckernförde hat Brenneisen gerade in der Galerie Carlshöhe etwa 30 seiner Bilder ausgestellt.

Für die Kappelner Motive sollte der Text gern auf Plattdeutsch sein – da gab es nur ein Problem. „Plattdeutsch gefällt mir, aber ich versteh nur Brocken“, sagt der 76-Jährige und lacht. Darum hat er sich Marianne Brycker mit ins Boot geholt, mit der er seit vielen Jahren bekannt ist. Sie ist hier aufgewachsen, lebt in Stoltebüll und übersetzt seine Texte ins Niederdeutsche. „Nicht ganz einfach – nicht für alle Wörter gibt es eine Eins-zu-Eins-Übersetzung“, berichtet sie. „Aber sie hat es gut hingekriegt“, bescheinigt Brenneisen ihr.

Nun hat Petra Herzig einige Fotos vorliegen. Von Monat zu Monat werden sie ausgetauscht – ein weiterer Anreiz, um Menschen für die Bücherei zu interessieren. „Wenn damit ein paar Menschen mehr erfahren, dass wir hier sind – mitten im Zentrum, in der Schmiedestraße, ist schon etwas gewonnen“, sagt sie und möchte die Schwelle, die Bücherei zu betreten, so niedrig wie möglich halten. „Unsere Angebote sind vielfältig und richten sich an alle Menschen“, so Herzig. Brenneisen möchte mit seiner Projektidee dazu beitragen. „Kappeln op plattdüütsch“ sei auf den ersten Blick nur eine kleine Aktion, aber durchaus von Bedeutung für die Stadtbücherei. „Man sollte alles tun, um die Weiterexistenz dieser Institution zu sichern. Eine Stadt ohne Bücherei ist gleich eine Nummer kleiner und provinzieller“, sagt er „Wir öffnen hier die kleinste Galerie Kappelns.“ Ein Scherz sei das natürlich, aber mit einem Körnchen Wahrheit. Hinweisschilder auf die monatliche Mini-Ausstellung finden sich in Geschäften der Schmiedestraße und am Rathaus.

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