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18. Dezember 2017 | 17:37 Uhr

Xaver kommt : Die Kettensägen sind geschärft

vom

Gemeinden rüsten sich für Orkantief

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 13:07 Uhr

Es ist einer der schwersten Stürme seit langem, der sich über Grönland zusammenbraut und Richtung Deutschland zieht: Tiefdruckgebiet Xaver soll morgen Vormittag die Nordseeküste erreichen und am frühen Nachmittag auch dem Landesinneren und der Ostsee Orkanböen, am Freitag dann auch Schneestürme bringen. Meteorologen warnen vor der Extremwetterlage. Viele Veranstaltungen in Eckernförde und dem Umland wurden vorsorglich abgesagt, etliche Einrichtungen haben Vorkehrungen getroffen.

"Wir stehen in den Startlöchern und sind gewappnet", sagt Martin Hackauf vom Ordnungsamt Dänischer Wohld in Gettorf. Schilder zum Absperren gefährlicher Bereiche seien vorbereitet worden, die dann morgen kurzfristig ausgebracht werden sollen. Alles weitere müsse man abwarten. Der Wetterdienst werde verfolgt, ein Krisenstab ist gebildet, der morgen für die Begutachtung von Schäden zur Verfügung steht, fügte Amtsdirektor Matthias Meins hinzu. Ähnlich sieht es im Amt Dänischenhagen aus. "Wir sind sensibilisiert", erklärt Björn Petersen, Leitender Verwaltungsbeamter. Die Gemeindevertretung in Noer sei vorsorglich abgesagt worden. Niemand solle sich unter Gefahr zur Sitzung begeben, die zudem im Feuerwehrgerätehaus tagen sollte, wo unter Umständen Einsätze zu erwarten sind. Noch keine Entscheidung hat es zur Reduzierung der Kernzeit für die Mitarbeiter der Verwaltung gegeben - es werde sich morgen Mittag zeigen, ob das erforderlich ist, damit alle noch sicher nach Hause fahren können, so Petersen. Auch die Gemeinde Altenholz hat vorsorglich den Zweckverband Bauhof abgesagt, der morgen Abend tagen sollte. In Fleckeby fällt der Finanzausschuss aus.

Die Stadt Eckernförde hat vorerst nur für morgen die Schließung des Weihnachtsmarktes angeordnet. Abgesagt wurde die Stadtrundfahrt für Senioren ebenso wie das Dozententreffen der Volkshochschule und der Weihnachtsbasar in der Jungmannschule. Für Freitag ist vorsorglich auch der Nikolaus-Sternmarsch, der von Borby und der Stadthalle zum Weihnachtsmarkt führen sollte, gestrichen.

René Kinza, Leiter des Ordnungsamtes im Amt Schlei-Ostsee, hat bei den amtsangehörigen Gemeinden sensible Straßenabschnitte abgefragt und alle Vorkehrungen für eine Sperrung getroffen, sollte die erforderlich sein. Wenn die Lage so eintrete, wie sie angekündigt sei, würden die Abschnitte ab morgen Vormittag gesperrt, so Kinza, der dringend an Verkehrsteilnehmer appelliert, die Baken zu beachten. Auch Sylvia Bent, Leiterin der Stadtgärtnerei Eckernförde, warnt Spaziergänger davor, nach dem Sturm auf den Wander- und Verbindungswegen unterwegs zu sein. Die Schäden in den Bäumen seien auf den ersten Blick oft nicht zu sehen und durch herabfallende Äste oder ähnliches deshalb umso gefährlicher. Alle Maschinen und Geräte wie etwa Motorsägen liegen bei Bent und ihrem Team bereit, man richtet sich dort auf Überstunden ein (eigentlich ist am Donnerstag um 15 Uhr Feierabend). Insgesamt sind sie mit 15 Mitarbeiterin im Einsatz. Besonders schwer wird für die Stadtgärtnerei die „Doppelbelastung durch die Kaltfront“, die am Freitag nach dem Sturm kommen soll. „Dann müssen wir uns nicht nur um Sturmschäden, sondern auch noch um Schnee, Eis und Glätte kümmern", sagt Sylvia Bent. Schwer sei das vor allem im Hinblick auf die Arbeitskräfte. „Wir sind mit den Personalkräften am Limit." Arno Sachau, Leiter der Straßenmeisterei, hat die Schichten morgen so verschoben, dass ab Nachmittag genügen Kräfte da sind. Dem angekündigten Schnee sieht er locker entgegen - 800 Tonnen Salz lagern auf dem Werkshof.

Ob Eltern ihre Kinder zur Schule schicken oder vorzeitig vom Unterricht abholen, entscheiden sie nach eigenem Ermessen. Das Land macht dort keine Vorgabe, hat aber für besondere Situationen wie sie morgen zu erwarten sind eine Hotline eingerichtet, die unter Tel. 0800/18 27 271 aktuell über Unterrichtsausfälle informiert. Die Betreute Grundschule in Fleckeby wird morgen um 13 Uhr ihre Türen schließen - Eltern werden gebeten, ihre Kinder rechtzeitig abzuholen. Die Grundschule Barkelsby richtet eine Notgruppe ein.

Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Rendsburg wird morgen und am Freitag keinen Müll abholen, und auch die AWR-Recyclinghöfe werden ihre Tore schließen, wenn der Sturm das erfordert. Wer Gelbe Säcke vor die Tür gestellt hat, sollte diese lieber wieder reinholen - die AWR empfiehlt, auf die nächste Abfuhr in 14 Tagen zu warten. Kunden können sich auf im Internet unter  www.awr.de über die aktuelle Lage auf dem Laufenden halten. Weitere Informationen gibt es auch unter Tel. 04331/ 34 51 23.

Bei den Feuerwehren sind die Kettensägen geschärft und die Einsatzfahrzeuge betankt. Momentan ist Gettorfs Wehrführer Frank Andreas Greggersen noch völlig entspannt. "Wir sind 365 Tage in Alarmbereitschaft", teilt er mit.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit Sturmböen für den Raum Kiel, die Straßen- und Brückensperrungen sowie Überflutungen nach sich ziehen können.

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