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18. Oktober 2017 | 15:10 Uhr

Die Katastrophe abgewendet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach dem vielversprechenden Saisonstart rutschte der ESV in eine kaum für möglich gehaltene Krise. Erst zwei Spieltag vor dem Saisonende konnte das Team den Klassenerhalt sichern.

von
erstellt am 28.Jun.2016 | 06:00 Uhr

Vom Vizemeister zum Abstiegskandidaten – die Entwicklung bei den Verbandsligafußballern des Eckernförder SV ging in der abgelaufenen Spielzeit in die ganz falsche Richtung. Am vorletzten Spieltag konnte die Mannschaft von Trainer Stefan Mackeprang durch einen 2:1-Erfolg im Kreisderby beim Büdelsdorfer TSV die fehlenden Punkte zum Klassenerhalt einfahren. Davor lag eine lange Leidenszeit mit vielen bangen Blicken auf die Tabelle, Kopfschütteln ob einer kaum für möglich gehaltenen Verunsicherung innerhalb der Mannschaft und der obligatorischen Trainer-Diskussion. Dabei begann die Saison so vielversprechend.

Zwei Spiele, 5:0 Tore und sechs Punkte. Rang eins. Spitzenreiter. Titelaspirant? Am 12. August 2015 war die Eckernförder Welt noch in Ordnung. Trotz einiger namhafter Abgänge wie Garbit Temirgan, Fynn Gerlach (beide Kropp) oder Tim Schikorr (Schinkel) startete die Mannschaft gut in die neue Saison. Mit Tjark Carstensen, der am 2. Spieltag gegen den Büdelsdorfer TSV einen Doppelpack erzielte, schlug ein Youngster aus der eigenen Jugend zudem voll ein. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass die Mannschaft eben doch nicht so gefestigt war, wie es nach 180 Liga-Minuten erschien. Das bewies bereits der 3. Spieltag. Trainer Stefan Mackeprang sagt rückblickend: „Das Spiel gegen Heikendorf war ein absoluter Knackpunkt. Es waren nur knapp 15 schlechte Minuten von uns, die der HSV genutzt hat. Ich glaube wirklich, dass wir eine ganz andere Saison erlebt hätten, wenn wir dieses Spiel nicht mit 1:2 verloren hätten.“

Das größte Problem der Eckernförder war in der Folge, dass sie sich durch Fehler und damit verbundene Rückschläge stark verunsichern ließen. Spieler, die in solchen Situationen mit breiter Brust und lauter Stimme voran schritten, gab es kaum. Die Rückkehr von Mittelfeld-Stratege Arne Meggers, die Mackeprang sich vor der Saison gewünscht hatte, verpuffte. Der 36-Jährige stand in der gesamten Spielzeit nur dreimal über 90 Minuten auf dem Platz. Mackeprang suchte nach Stabilität in der Defensive. Ein Vorhaben, welches in vielen Spielen sogar lange Zeit erfolgreich aufging, doch in einer kaum für möglich gehaltenen Regelmäßigkeit sorgten individuelle Patzer für Gegentore. Die Stimmung am mäßig besuchten Bystedtredder wurde schlechter. Nicht selten durften sich die Spieler wenig aufbauende Kommentare einiger Zuschauer anhören, und als der ESV vier Spiele in Folge verlor, kam es Ende Oktober zu einem Krisen-Derby beim Gettorfer SC. Ein lebloser Auftritt der Eckernförder beim 2:4 beim einstiegen „kleinen Nachbarn“ aus Gettorf sorgte endgültig für Katerstimmung und jetzt stand auch Mackeprang zur Diskussion. Der Vereinsvorsitzende Manfred Medler sprach von einem „bedenklichen und erschreckenden Auftritt“. Eine Ausrede für die sportliche Misere könne der vor der Saison eingeleitete Umbruch nun nicht mehr sein. Worte, die darauf hindeuteten, dass nun doch auch Mackeprang als Trainer seinen Hut nehmen muss. Aber die Verantwortlichen entschieden anders, auch deshalb, weil die Mannschaft sich vor ihren Trainer stellte und den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen wollte. Mit Mackeprang als Coach. „Ich habe durchaus überlegt selber meine Konsequenzen zu ziehen“, sagt Mackeprang rückblickend, „aber ich hatte immer absolut das Gefühl, dass ich das Team noch erreiche.“ Beim 2:3 im letzten Spiel des Jahres 2015 zeigten sich die Eckernförder beim kommenden Meister Schönkirchen durchaus formverbessert, überwinterten aber dennoch auf einem Abstiegsplatz. Mackeprang, der am Tag des Spiels in Schönkirchen Geburtstag hatte, sagt: „Da hat die Mannschaft gezeigt, dass sie Charakter hat und ich mich voll auf sie verlassen kann. Wir standen weiterhin zusammen.“

Das Jahr 2016 begann sogar mit einem Titel, denn der ESV wurde 1. Futsal-Kreismeister. In der Liga waren die besten Vorsätze aber schnell wieder dahin, als nach dem 1:1 gegen den RTSV ein 1:2 beim Mit-Abstiegskonkurrenten MTV Dänischenhagen folgte. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass Mackeprang am Ende der Saison aufhört und Töns Dohrn aus der zweiten Mannschaft sein Nachfolger wird. Dennoch wurde es im Umfeld wieder unruhig, doch das Team hatte nun endgültig begriffen, was auf dem Spiel stand und holte fortan wichtige Punkte. Die Mannschaft zeigte den nötigen Charakter, jedoch immer wieder begleitet von Rückschlägen, sodass der sichere Klassenerhalt erst einen Spieltag vor dem Saisonende durch den 2:1-Erfolg in Büdelsdorf feststand. Mackeprang bilanziert: „Ich lasse nichts auf das Team kommen. Für jeden einzelnen war es eine sehr schwere Zeit. Als wir in Büdelsdorf gewannen, fiel dann der ganze Ballast ab.“

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