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18. Dezember 2017 | 00:50 Uhr

Die große Integrationskraft des Fußballs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kurz nach 9 Uhr auf dem Kieler Nordmarksportfeld. Der Morgennebel über der kürzlich eröffneten Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge weicht und gewährt der spätsommerlichen Sonne ihre volle Strahlkraft. Die knapp 600 Menschen verlassen ihre Container. Sie bieten ehrenamtlichen Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes ihre Mithilfe beim Aufbau eines Zeltes an und bedanken sich bescheiden für die unentgeltlichen Tätigkeiten.

Es dauert nicht mehr lange bis sich eine 14-köpfige Gruppe Jugendlicher und junger Männer auf den Weg macht zu den zwei Fußballtoren etwas abseits der kalten Umzäunung des Blechdorfes. Beim Fußball hat nur je ein Spieler Ballbesitz, das breite Lächeln allerdings haben bei dieser Partie alle. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien oder aus dem irakischen Grenzgebiet und mussten ihre Eltern zurücklassen. Ihre Familien mussten Haus und Auto verkaufen, damit sie sich die Reise ins Unbekannte leisten konnten. Materielle Güter mussten Sie zurücklassen, um ins Boot zu passen.

Ein junges Musterbeispiel für Integrationsförderung war am vergangenen Sonnabend in Altenholz zu beobachten. Im Rahmen der Altenholzer Festtage fand der 1. Festwochen-Integrations-Cup statt. Zahlreiche Fußballmannschaften nicht nur aus Altenholz, gemischt aus Asylbewerbern und Spielern aus den Verwaltungen, den Gemeindevertretern oder den Ehrenamtlichen traten gegeneinander an. Der SHFV war ebenfalls mit einem Team vertreten und leistete Unterstützung bei der Veranstaltung. Die zuvor erwähnte Gestik, sie schwang auch hier mit, wie Sandra Gehrke, Mitarbeiterin im Hauptamt der Gemeinde Altenholz und zuständig für kulturelle Angelegenheiten erörterte: „Es war uns wichtig, dass wir mit gemischten Mannschaften spielen und eben nicht gegeneinander.“ Das Fazit fiel positiv aus. „Das war eine sehr gute Veranstaltung. Es war einfach schön zu sehen, wie fair hier miteinander umgegangen wurde. Die Flüchtlinge waren zunächst noch in sich gekehrt und schüchtern, blühten aber immer mehr auf“, beschreibt Bayrak im Anschluss, wie er vor Ort Integration im Zeitraffer beobachten konnte. Auch das Zuschauerinteresse war groß. Etwa 400 Schaulustige gaben der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Der SHFV landete mit seiner Mannschaft, in der der 15-jährige Iraker Halit und ein 13-jähriger Syrer mitkickten, auf dem dritten Rang. Den sportlich kaum bedeutenden Turniersieg machten zwei Altenholzer Teams untereinander aus. Eine wertvolle Erfahrung haben alle Teilnehmer, Mitwirkenden und Zuschauer gewonnen: Fußball ist eine universelle Sprache, die fast jeder versteht.


Mehr zum Integrations-Cup in Altenholz auf Seite 14

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