Generalüberholung : Die "Gorch Fock" muss abspecken

Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) und Kaptän zur See Norbert Schatz (r) stehen am Montag in Elsfleth auf der 'Gorch Fock', die zur Generalüberholung an der Elsflether Werft liegt. Das Schiff hatte Anfang Januar seinen Kieler Heimathafen verlassen, um bis zum 30. April für 4,5 Millionen Euro rundum erneuert zu werden. Foto: Carmen Jaspersen dpa/lni
Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) und Kaptän zur See Norbert Schatz (r) stehen am Montag in Elsfleth auf der "Gorch Fock", die zur Generalüberholung an der Elsflether Werft liegt. Das Schiff hatte Anfang Januar seinen Kieler Heimathafen verlassen, um bis zum 30. April für 4,5 Millionen Euro rundum erneuert zu werden. Foto: Carmen Jaspersen dpa/lni

Die Arbeiten laufen auf Hochtouren: Überall reißen Männer Fliesen aus dem Boden, schweißen Metallteile zusammen oder schleppen lange Holzbretter. Bis Ende April soll die "Gorch Fock", die in diesem Jahr 50 Jahre alt wird, in neuem Glanz erstrahlen.

Avatar_shz von
21. Januar 2008, 03:25 Uhr

Kahl ragen die Masten der "Gorch Fock" in den regnerischen Himmel, auf dem Deck liegen zersplitterte Holzstücke. Die weiße Farbe an der Reling ist abgeblättert. Fast die gesamte Einrichtung des Schiffes ist ausgeräumt, Kabel schauen aus Löchern in den Wänden hervor. Doch nur auf den ersten Blick wirkt das berühmte Segelschulschiff in der Elsflether Werft (Kreis Wesermarsch) verlassen. Denn überall sind Mitarbeiter mit der Generalüberholung des Schiffes beschäftigt, das dafür Anfang Januar seinen Kieler Heimathafen verlassen hatte. Die Renovierung wird nach Angaben des Geschäftsführers der Werft, Kurt Wiechmann, rund 4,5 Millionen Euro kosten.
"Bei einem Schiff, das so alt ist, steckt viel Mühe im Detail", erklärt Kommandant Norbert Schatz bei einem Rundgang mit Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU). Zunächst müsse das Schiff 60 Tonnen "abspecken", sagt Schatz. "Der alte Betonboden, auf dem Fliesen verlegt waren, wird durch leichteren Kunststoff ersetzt - so wird die Gorch Fock noch wendiger." Außerdem benötige das Schiff nach seiner neunmonatigen USA-Reise im vergangenen Jahr dringend einen neuen Farbanstrich, und das vordere sowie das hintere Holzdeck werde komplett erneuert.
Der Alltag an Bord geht normal weiter
Vollständig ersetzen werden die 60 Werftarbeiter auch die Kombüse des Schiffes, weil sie den Hygienevorschriften nicht mehr entsprach. "Immerhin wird hier für rund 220 Besatzungsmitglieder gekocht", betont Schatz. Viele bei der Bundeswehr ausgebildete Köche träumten davon, einmal "Smutje" auf der "Gorch Fock" zu werden. "Die Anforderungen sind hoch. Aber wer hier gearbeitet hat, dem stehen die Türen zu vielen Vier- oder Fünf-Sterne-Restaurants offen", berichtet Schatz.
Trotz der Umbau-Pause in Elsfleth haben die Schiffsköche derzeit aber ebenso wie ein großer Teil der restlichen Besatzung keinen Urlaub. 100 Männer und fünf Frauen spannen ihre Hängematten auf einem Wohnschiff neben dem Segelschulschiff auf. Der Alltag an Bord geht hier normal weiter.
"Die Gorch Fock hat für uns nicht nur eine große Bedeutung als Ausbildungsschiff, sondern ist auch unser Botschafter in Blau in vielen Auslandshäfen", betont Kossendey. Ihre nächste Reise führt das Segelschulschiff nach Geburtstagsfeiern in Kiel, Rostock und Hamburg unter anderem nach Dublin und Madeira.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen