Die etwas andere Gartenschau

Mit dem E-Bike bis zur Fußgängerzone: Partei- und Fraktionschef Arne Rüstemeier.
Mit dem E-Bike bis zur Fußgängerzone: Partei- und Fraktionschef Arne Rüstemeier.

Konzeptstudie soll bis August die bislang vagen Ideen des grenzüberschreitenden Projekts konkretisieren

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07. April 2018, 04:46 Uhr

Eigentlich führt der Begriff in die Irre: Eine Gartenschau, wie man sie bisher kennt, zum Beispiel aus Eutin oder Schleswig, ist für das Jubiläumsjahr 2020 nicht geplant. Es geht also nicht um prächtig blühende Beete, sondern um etwas anderes. Um was genau, soll eine Konzeptstudie herausfinden, die die Kommune Sonderburg federführend für das Kommunaldreieck Apenrade-Flensburg-Sonderburg in Kürze in Auftrag geben wird.

Trotzdem: Die grenzüberschreitende Gartenschau – einen passenderen Begriff gibt es bisher noch nicht – könne „ein hervorragendes Leuchtturmprojekt, ein großes Projekt mit Strahlkraft“ sein, sagte der Chef der Stadtplanung, Peter Schroeders, jüngst im Umwelt- und Planungsausschuss.

Man denke an ein „aufwachsendes Projekt“: Im Jahr des 100. Jubiläums der Volksabstimmung von 1920 würde der Startschuss fallen, danach würde drei bis fünf Jahre daran weiter gearbeitet. Thema könnte die deutsch-dänische Gartenkultur sein, auch die Schlösser mit ihren Grünanlagen könne man einbeziehen. Man denke an einen „linearen Grünstreifen an der Küste“, das Ganze eigne sich hervorragend für eine touristische Vermarktung.

Oberbürgermeisterin Simone Lange sieht in dem Projekt „eine wunderbare Chance der Stadtentwicklung“. Innenminister Grote habe ihr seine Unterstützung zugesagt. Parks sowie Sport- und Museumsanlagen könnten eine wichtige Rolle in dem Projekt spielen.

Im November hatte die CDU die Idee ins Spiel gebracht. „Mit diesem völlig anderen Ansatz, bestehende Parks und Anlagen unserer Stadt aufzuwerten und in einen Gesamtzusammenhang mit anderen Anlagen im ganzen Grenzraum zu stellen, können wir nur gewinnen“, findet Partei- und Fraktionschef Arne Rüstemeier. Es würden „Dinge in Flensburg in Ordnung gebracht, von denen wir alle es uns schon lange wünschen“. Über die Finanzierung wurde bisher allerdings noch nicht gesprochen. Flensburg beteiligt sich an der Konzeptstudie mit 20 000 Euro, die von der Tourismus-Agentur Flensburger Förde (Taff) übernommen werden.

Doch es gibt auch Kritiker des Projektes. „Wir befürchten einen finanziellen Verlust und würden das Geld lieber in touristische Projekte stecken“, sagte Hubert Ambrosius (WiF). Auch Frank Hamann (Die Linke) findet, dass das Geld falsch investiert sei.

Daniel Dürkop (SSW) hingegen findet – ebenso wie Parteifreund Martin Lorenzen im Kulturausschuss – die Idee „super“. Nachhaltigkeit sei aber sehr wichtig, so Dürkop. „Wir haben in Schleswig gesehen, was man alles falsch machen kann.“

Die Grünen pochen auf die Einhaltung ökologischer Prinzipien und den Verzicht auf Eingriffe in die Natur; stattdessen sollten, so Stefan Thomsen, Flächen aufgewertet werden. Man müsse das Gartenschau-Projekt vor dem Hintergrund eines „dramatischen Rückgangs der Insekten- und Vogelpopulation“ sehen und planen, heißt es in einer Ergänzungsvorlage der Grünen.

Allerdings ist der Zeitplan eng. Im August soll das Ergebnis der Konzeptstudie vorgestellt werden. Im September steht der Beschluss, ob man das Projekt wirklich angehen will, auf der Tagesordnung.

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