Die doppelt sanierte Autobahn

Im Oktober bekam die neue Fahrbahndecke  den letzten Schliff.   Foto: Olbertz
Im Oktober bekam die neue Fahrbahndecke den letzten Schliff. Foto: Olbertz

Nach anderhalb Jahren Bauarbeiten und Sperrung wieder freie Fahrt / Streit um Kosten geht weiter

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27. Dezember 2011, 07:17 Uhr

Bad Oldesloe | Eine unendlich erscheinende Geschichte ging nach anderthalb Jahren zu Ende: Im November wurde die Autobahn zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe wieder freigegeben. Nach der ersten, misslungenen Sanierung stritten sich Land und Baufirma um die Frage, ob die Asphaltdecke aufgerissen und komplett erneuert werden muss. Der Verkehr quälte sich weiter über verengte Fahrspuren oder stand im Stau.

Im Frühjahr, nachdem Gespräche mit der Baufirma zu keiner Einigung geführt hatten, entschloss sich das Ministerium, die Pferde zu wechseln und die frische, aber schadhafte Betonfahrbahn komplett wieder aufreißen zu lassen.

Die Firma Reinhold Meister versuchte vergeblich, das per Gerichtsbeschluss zu verhindern. Das Ministerium beendete schließlich alle Versuche zu einer Einigung mit der Ankündigung, dass die Arbeiten ausgeschrieben werden und im August starten sollten. Der Befürchtung, dass die Oldesloer Anschlussstelle dafür wieder monatelang betroffen sein würde nahm das Ministerium gleich den Wind aus den Segeln: Vier Wochen würden dieses Mal reichen.

Die hessische Bickhardt-Bau AG aus Kirchheim hielt den Zeitplan. Im November war die neue Betondecke fertig, der Verkehr auf der sechs Kilometer langen Strecke konnte wieder normal auf sechs Spuren rollen. Das Verfahren zwischen Land und Firma Meister läuft aber trotz neuer Autobahn und trotz der Insolvenz der Firma weiter. Im November hatten die Bayern Konkurs anmelden müssen, weil ein Großkunde nicht gezahlt hatte. Für die A 1 hatte Schleswig-Holstein rund drei Millionen gezahlt, den Rest einbehalten. Die drei Millionen gibt’s wohl kaum zurück, die Firma will aber auch den Rest des Geldes haben, weil die Decke zwar nicht ordnungsgemäß hergestellt worden war, aber erstmal hätte befahren werden können. Das ergab die gerichtliche Überprüfung des Gutachtens, das Meister in Auftrag gegeben hatte.

Allerdings sieht sich auch das Land in seiner Argumentation gestärkt, weil ebenso klar gesagt wurde, dass der "Weichbeton" vorzeitig zerbröseln würde.

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