Eckernförder Hafen : Die "Andreas Gayk" ist wieder da

Käptn Wolfgang Beyer
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Käptn Wolfgang Beyer

Ehemaliges Butterschiff legt gestern im Hafen an / Differenzen zwischen Skippern und Stadtwerken aus dem Weg geräumt

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31. Dezember 2011, 07:38 Uhr

Eckernförde | Der ehemalige Butterdampfer "Andreas Gayk" hat gestern Nachmittag im Eckernförder Hafen festgemacht. Ein längs liegender Schlepper brachte das 39 Meter lange Schiff bis an den Kai im Außenhafen, wo Kapitän Wolfgang Beyer das Anlegemanöver mit lauten Rufen anleitete. Vorüber sind die Differenzen zwischen den beiden Eignern Rieke Boomgarden und Wolfgang Beyer mit Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens. "Wir haben die Genehmigung in Eckernförde anzulegen", so Rieke Boomgaarden, der bestätigte, dass wieder "Kommunikation statt Konfrontation" zwischen den Parteien herrsche.

Die beiden Traditionsschiffer ("Sigandor" und "Jachara") hatten den ehemaligen Butterdampfer, der in den 70er Jahren täglich von Eckernförde nach Sonderburg fuhr, vor dem Schrottplatz gerettet. Die beiden Skipper wollen das Schiff als Museumsschiff mit Förde rundfahrten in Eckernförde betreiben und haben es im vergangenen Winter von außen auf der Eberhardt-Werft in Arnis in Stand gesetzt (wir berichteten). Die Innenarbeiten wollten die Skipper ab Mai in Eckernförde erledigen, doch wurde ihnen die Einfahrt in den Hafen verwehrt. Der Grund: Bestimmte, vom Aufsichtsrat der Stadtwerke gestellte Bedingungen, waren noch nicht erfüllt. Den Skippern blieb nichts anderes übrig, als nach Port Olpenitz auszuweichen und dort zwischenzuparken.

Wo zunächst die Fronten verhärtet schienen, hat sich in der Zwischenzeit einiges bewegt: Skipper und Stadtwerke kamen wieder ins Gespräch und einigten sich. Trotz der Vorgabe, fahrtüchtig zu sein, erteilten die Stadtwerke die Genehmigung, das Schiff in den Hafen schleppen zu lassen, obwohl eine Maschine noch nicht in Schuss ist. "Beim Probelaufen hat sich eine größere Baustelle an einer der beiden Maschinen ergeben", so Rieke Boomgaarden. Die aber könne besser in Eckernförde als in Olpenitz bedient werden. "Hier können wir mit allen großen Geräten direkt ans Schiff fahren, dort war das an unserem Liegeplatz nicht möglich."

Jetzt wollen die beiden Skipper die "Andreas Gayk" endgültig auf Vordermann bringen, die Maschine reparieren und das Schiff mit Fahrgastsalons und Küche in Schuss bringen, um alle benötigten Konzessionen als Fahrgastschiff zu erhalten. Das Ziel: In der kommenden Saison schon als lebendiges Butterschiffmuseum im Hafen zu liegen und bis zu 270 Gäste mit auf Förderundfahrten zu nehmen. Dann ist Eckernförde wieder um eine Attraktion reicher.

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